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12.03.2010 Fritz Steisslinger - Sehnsucht Brasilien (1934 - 1955)


Fritz Steisslinger: Porto Allegre 1934
Im Jahr 1922 zog der Maler Fritz Steisslinger mit seiner Familie in sein neu errichtetes Haus am Tannenberg. Bis zu seinem Tod 1957 lebte und arbeitete damit ein bedeutender expressiver Künstler in Böblingen. Er hinterließ ein großes Werk. Einen interessanten Querschnitt davon kann man in den Räumen der Städtischen Galerie bewundern. Einige seiner Werke sind jedoch bisher nur selten gezeigt worden. Hierzu zählen vor allem die Bilder aus der Zeit seiner Brasilien-Aufenthalte. Die Städtische Galerie stellt sie ab 14. März der Öffentlichkeit vor.

Ein lebendiges Kulturleben ist unverzichtbar für einen modernen Wirtschaftsstandort wie Böblingen. Kultur umfasst vieles - die Arbeit der Vereine gehört dazu. Vereine sichern mit ihren differenzierten Angeboten die Vielfalt des kulturellen Lebens und bieten einen Begegnungsort unterschiedlicher Kulturen und Generationen.

Ebenso wichtig waren dem Gemeinderat und Oberbürgermeister Vogelgsang der Aufbau unserer Böblinger Museumslandschaft. Bauernkriegsmuseum, Deutsches Fleischermuseum und Städtische Galerie sind Imageträger. Wie sehr die Museen identitätsstiftend nach innen wirken, zeigt die Gründung der drei Fördervereine für die drei Museen durch engagierte Bürgerinnen und Bürger.

Dass Böblingen sich zum Aufbau einer eigenen Kunstsammlung entschloss, lag ganz wesentlich an dem Maler Fritz Steisslinger, der jahrzehntelang unser Mitbürger war und dessen Familie heute noch auf dem Tannenberg wohnt.

Steisslingers Schaffen hat mich begeistert, sein Erbe war mir stets Verpflichtung. Unser Amt für Kultur hat viele interessante und schöne Ausstellungen mit seinen Werken durchgeführt. Sie beweisen seine Vielfältigkeit: Die Kinderbilder, die Berliner Werke, die Böblingen-Bilder, die Aktmalerei.

1992 konnten wir die Dauerausstellung im zweiten Stock der Zehntscheuer eröffnen. Den Grundstock unserer Steisslinger-Sammlung bilden die 50 im Jahr 1980 von der Familie erworbenen Werke. Weitere Ankäufe fanden 1986 und 1991 statt, dazu kamen und kommen wertvolle Leihgaben aus dem Nachlass.

Ich freue mich sehr eine weitere, sehr interessante Fritz Steisslinger-Ausstellung am Sonntag, 14. März um 11.00 Uhr eröffnen zu können. Sie ist den Brasilien-Bildern gewidmet, die zuletzt 1987 in Böblingen zu sehen waren.

1934 reiste Fritz Steisslinger erstmals von Böblingen nach Brasilien, wo Teile der Familie seiner Frau lebten. Bis 1955 besuchte der Künstler das Land mindestens fünfmal. Schon bei seiner ersten Reise, die ihn entlang der Küste bis nach Rio de Janeiro führte, hält er in Aquarellen und Skizzen viele Aspekte des subtropischen Landes fest. Er malt Landschaften, Stadtansichten und Straßenszenen, porträtiert die Menschen.

1947 macht sich Steisslinger wieder nach Brasilien auf und bleibt dort bis März 1948. Er braucht Abstand von Deutschland. Tief sitzt die Trauer über den Tod zweier Söhne in Folge des Krieges.

In Brasilien entdeckt Fritz Steisslinger für sich die Stadt Teresopolis. Die tropischen Wälder und gewaltigen Bergmassive inspirieren ihn zu wunderbar leichten Aquarellen.

Wir laden Sie ein, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ein, mit auf Entdeckungsreise zu gehen. Das exotische Brasilien mit den Augen Fritz Steisslingers zu sehen, ist ein Erlebnis!


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