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Erster Bürgermeister Ulrich Schwarz

20 Jahre „AG Behinderte“: Erfolgreiche Partnerschaft für mehr Barrierefreiheit in der Stadt

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

 als im Oktober 1996 die Landesgartenschau (LGS) ihre Pforten schloss, hat sie uns nicht nur einen wunderbaren Stadtgarten und den „Sommer am See“ hinterlassen. Mit ihr wurde auch der Samen für eine dauerhafte Betroffenenbeteiligung gepflanzt, die inzwischen auf 20 Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken kann: die „AG Behinderte“.

Rund 54.000 Quadratmeter versiegelter Boden wurden für die LGS in Grünzonen umgewandelt, die eine fußläufige Verbindung zwischen Murkenbachaue und Elbenplatz geschaffen haben. Der Stadtgarten, der 1995 mit dem Deutschen Architekturpreis ausgezeichnet wurde, war für Böblingen auch der Einstieg in eine bewusst umgesetzte Barrierefreiheit im öffentlichen Raum: Auf Einladung des damaligen Sozialdezernenten setzten sich Vertreter/-innen der Behindertenorganisationen und Initiativen bereits bei der räumlichen Konzeption der Landesgartenschau zusammen, um in die LGS-Gestaltung die Anforderungen von Menschen mit einer Behinderung einfließen zu lassen. Entstanden sind u.a. öffentliche Behindertentoiletten, rollstuhltaugliche Wege und blindengerechte Übergänge.

Bestens bewährte Praxis

Die gemeinsame Zusammenarbeit verlief bei diesem Großprojekt so erfolgreich, dass sie als „Arbeitsgemeinschaft Behinderte“ im November 1996 von Seiten der Stadt institutionalisiert wurde. Seitdem treffen sich die Mitglieder auf Einladung des Amtes für Soziales ein- bis zweimal im Jahr zu fest vereinbarten Terminen und darüber hinaus anlassbezogen nach Bedarf. Vertreten in der AG sind aktuell die AMSEL Kontaktgruppe (Aktion Multiple Sklerose Erkrankter), der Blinden- und Sehbehindertenverband, die Beratungsstelle Blickpunkt Auge, die Lebenshilfe, der Sozialverband VdK, der VK – Förderung von Menschen mit Behinderungen und die Gemeinnützigen Wohn- und Werkstätten GWW.

Kurzer Draht zu den Ämtern

An den Sitzungen der „AG Behinderte“ nehmen regelmäßig Mitarbeiter/-innen aus den Fachämtern teil; insbesondere aus dem Amt für Stadtentwicklung und Städtebau, dem Tiefbau- und Grünflächenamt sowie dem Bürger- und Ordnungsamt. Dann werden unter Moderation der städtischen Behindertenbeauftragten Regina Vogt gemeinsam mit den AG-Mitgliedern die Planungen hinsichtlich der Kriterien zur Barrierefreiheit „abgeklopft“ und aktuelle „Stolpersteine“ in den Blick genommen. Dazu finden auch immer wieder Begehungen und Erläuterungen vor Ort statt.

Breites Beteiligungsspektrum

Seit ihrer Gründung war die AG in vielfältige Planungen einbezogen: so z.B. in die Gestaltung des Freiraums im Isolde-Kurz-Hof, der Wolfgang-Brumme-Allee, des ZOB, der Bahnhofstraße, der „Flugfeldunterführung“, der Kongresshalle, des Treffs am See, der Kita Goethestraße wie auch in die Umgestaltung der Therme, der Bäder und diverser Tiefgaragen.

Viele Anregungen der AG wurden erfolgreich umgesetzt und erleichtern nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern auch mobilitätseingeschränkten Älteren und Eltern mit Kinderwagen die Benutzung. Die Einführung von Niederflurbussen, Behindertentoiletten und -parkplätzen, Bordsteinabsenkungen, Blindenübergängen mit Signalton, dem Tastmodell für Blinde am ZOB und der Beschriftung der Geländer in der „Flugfeldunterführung“ sind auf die AG zurückzuführen. Schon 1996 wurde eine Broschüre mit integriertem Stadtplan zum Thema Barrierefreiheit erstellt.

Ich bedanke mich herzlich für das große Engagement aller Beteiligten. Es bleibt immer noch etwas zu tun – packen wir es gemeinsam an!

Ihr
Ulrich Schwarz
Erster Bürgermeister

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