Schadstoffe machen die Sanierung des Neuen Rathauses notwendig

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

Das Neue Rathaus von der Unteren Gasse aus gesehen

der Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 9. Mai 2018 eine umfangreiche „Schadstoffsanierung“ des Neuen Rathauses beschlossen. Die von der Verwaltung vorgeschlagene und nun beschlossene Variante schließt die energetische Optimierung und haustechnische Modernisierung der Rathausgebäude mit ein, für die eine Sanierung aufgrund ihrer Formaldehyd- oder Lindanbelastung zwingend erforderlich ist. Wenn wir schon zu so einer Maßnahme gezwungen sind, dann wollen wir diese auch richtig angehen und die Gebäude zukunftssicher ausstatten. Das begrüße ich sehr, auch wenn inzwischen mit Kosten von rund 13 Millionen Euro gerechnet wird. Die 2014 geplante Basisvariante lag bei rund 8 Millionen Euro.

Voraussichtlich Mitte 2019 müssen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihren Aufgaben aktuell im Neuen Rathaus nachkommen, für etwa drei Jahre in ein Interimsgebäude wechseln. Das bedeutet dann auch eine Umstellung für diejenigen unter Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, die persönlich mit einem Anliegen (z.B. zur Abholung eines Ausweises oder Besprechung eines Bauantrages) zu einer Dienststelle in das Rathaus kommen möchten oder müssen. Denn unsere Dienstleistungen werden voraussichtlich auf drei Standorte verteilt sein: auf das „Alte Rathaus“, auf ein von uns angemietetes Bürogebäude der Böblinger Baugesellschaft (das im Bau befindliche „Tetragon“ in der Konrad-Zuse-Straße am Rande des Flugfelds) und einen weiteren geplanten Interimsstandort in der Innenstadt.

Warum haben wir Schadstoffe?

Flur des Neuen Rathauses mit Eichenholzfurnier

Im Neuen Rathaus wurden in den 1980er-Jahren Spanplatten aus Eichenholzfurnier zum Innenausbau verwendet. Bei deren Herstellung wurden formaldehydhaltige Binde- und Klebemittel verwendet. Das Formaldehyd tritt dauerhaft aus und führt im Neuen Rathaus zur Überschreitung der zulässigen Grenzwerte. Seit dem Jahr 2004 ist Formaldehyd von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) – ab gewissen Konzentrationen – als „krebserregend für den Menschen“ eingestuft.

Neben Formaldehyd haben wir in unseren Fachwerkgebäuden (Marktstraße 9 und 13) auch Lindan in der Raumluft nachgewiesen, das dringend beseitigt werden muss. Bei Lindan handelt es sich um einen Halogenkohlenwasserstoff, der früher als Insektizid (häufig auch in Holzschutzmitteln) zum Einsatz kam. Bei uns sind die mächtigen Holzbalken des Fachwerks damit behandelt. Seit 2008 ist Lindan als Pflanzenschutzmittel in der EU verboten. Die WHO stufte Lindan im Jahr 2015 als „krebserregend bei Menschen“ ein. Zur Sanierung von Lindan werden wir ein spezielles Beschichtungsverfahren einsetzen, welches das Lindan bindet und ein weiteres Ausgasen verhindert.

Das Rathaus baulich zukunftssicher machen

Im Zuge der Schadstoffsanierung nutzen wir die Gelegenheit, um die Gebäude auch organisatorisch und energetisch zu optimieren und die Haustechnik sowie die EDV zu modernisieren. Damit erhalten wir eine gesunde Gebäudesubstanz und senken langfristig die Unterhaltskosten.

Kompetentes Management

Die Verwaltung beschäftigt sich seit 2013 mit den Planungen zur Sanierung. Das Aufgabenvolumen, das es zu bewältigen gilt, ist enorm. Nach einigen personellen Wechseln haben wir in den letzten Monaten das Team neu aufgestellt. Alle Fäden laufen hier bei Nicole Ullrich (Hauptamt) als „Programmleitung“ zusammen. Sie und Martin Amann, der die technische Leitung (Amt für Gebäudemanagement) innehat, bilden ein engagiertes Team zur Steuerung des gesamten Ablaufs. Die Sanierung einschließlich der vorbereitenden Planungen wird etwa drei Jahre beanspruchen.

Wir halten Sie weiter auf dem Laufenden.

Ihr
 
Dr. Stefan Belz

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