Wir sind Modellkommune „SmartRathaus“

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

wie lässt sich Energieverbrauch in Gebäuden effizienter steuern? Welche zukunftsweisenden Lösungen dafür gibt es? Um diese Fragen zu beantworten, hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) im Frühjahr 2018 das Förderprojekt „SmartRathaus“ ausgeschrieben. Es richtet sich an Kommunen, die das Ziel haben, innovative Wege im Klimaschutz zu beschreiten und mitzugestalten. Wir, die Stadt Böblingen, haben uns beworben – mit Erfolg, was mich sehr freut!

Auf diesem Bild ist das Alte Rathaus (Außenansicht) zu sehen.
Foto: Peter Albig

Deutschlandweit wurden wir unter mehr als 50 Teilnehmern als eine der fünf Modellkommunen ausgewählt. Maßgeblich dafür waren unser bisheriges Engagement im Bereich Energiemanagement und unser schlüssiges Konzept für die Bewerbung. Denn die Stadt Böblingen erfasst und kontrolliert schon lange und erfolgreich ihre eigenen Energieverbräuche und baut dies stetig weiter aus.

Die Kommunen in Deutschland sind mit ihren über 170.000 Gebäuden maßgeblich am Endenergieverbrauch beteiligt. Daher sind messbare Energieeinsparungen ein wichtiger Baustein für die CO2-Reduktion. Genau dies durch den Einsatz moderner Regeltechnik („SmartBuilding“) zu erreichen, ist Ziel des Projekts. Gefördert von der Nationalen Klimaschutzinitiative arbeitet die DUH dazu mit der Hochschule Biberach zusammen.

Gebäudehülle und Gebäudetechnik

Sanierungen der Gebäudehüllen sind nicht die einzige Möglichkeit, den Energieverbrauch zu verringern. Ebenso effektiv sind Verbesserungen an der Gebäudetechnik. Mit Hilfe von geeigneter Automatisierung lassen sich Anlagen bedarfsgerecht steuern, sodass Energie nur dort verfügbar ist, wo sie auch tatsächlich benötigt wird. Die günstigste und klimafreundlichste Kilowattstunde ist die, die man nicht (ver-)braucht.

Klimaschutz, Energiemanagement und Nachhaltigkeit sind Faktoren, die bei allen Entscheidungen in unserem Gebäudemanagement eine wichtige Rolle spielen. Zunehmende Ressourcenknappheit erfordert intelligente Lösungen für unseren wachsenden Energiebedarf. Das Projekt ist deshalb ein Glücksfall.

Wie läuft das Projekt ab?

Der Auftakt zu „SmartRathaus“ in Böblingen findet im Herbst dieses Jahres statt und legt den weiteren Verlauf des dreijährigen Projekts fest. Anschließend folgt eine Begehung der ausgewählten Liegenschaften. Dies sind das Alte und Neue Rathaus, das Albert-Einstein-Gymnasium sowie die Kindertagesstätte in der Dagersheimer Goethestraße.

Mit den gewonnenen Erkenntnissen geht es für die DUH und die Hochschule Biberach in die Konzeption passender Maßnahmen. Diese werden im Herbst 2019 bei einem weiteren Vor-Ort-Termin präsentiert und zur Umsetzung freigegeben. Es geht darum, Einsparmöglichkeiten in folgenden Bereichen zu identifizieren: Wärmeversorgung, Lüftung, Klimatisierung, Beleuchtung und Nutzungsmanagement.

Der Abschluss des Projekts ist für 2020 geplant und wird die erarbeiteten Verbesserungspotentiale vorstellen. Die Ergebnisse der Modellkommunen (neben Böblingen Wörth am Rhein, Steyerberg, Borkum und Birkenwerder) sind ausdrücklich auch auf Außenwirkung gerichtet: Am Ende sollen Empfehlungen und Handlungsanweisungen stehen, wie sich ein umweltbewusstes und wirtschaftliches Gebäudemanagement einrichten lässt.

Böblingen und weitere Städte voranbringen

Wir freuen uns darauf, unsere Aktivitäten im Bereich Klimaschutz mit professionellen Partnern weiter zu verstärken. So bringen wir nicht nur Böblingen voran, sondern unterstützen und ermuntern auch andere Kommunen, diese Richtung einzuschlagen.

Unserem Team im Amt für Gebäudemanagement danke ich sehr herzlich für seinen Einsatz! Ich wünsche Böblingen spannende Einsichten bei „SmartRathaus“ – smart für Klima und Umwelt!

Ihr

Dr. Stefan Belz

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