Erfolgreicher Hochwasserschutz geht nur gemeinsam

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

Tag für Tag sehen und hören wir es auf verschiedenen Kanälen: Einerseits ist das Wetter ziemlich genau vorherzusagen. Andererseits kann das tatsächliche Wetter die ursprünglichen Prognosen widerlegen oder übertreffen. Gefährlich kann dies bei starkem Regen werden. Auch Böblingen steht hier vor Herausforderungen, die es zusammen zu meistern gilt.

In der Nacht vom 31. Mai zum 1. Juni 2018 hatte unsere Stadt ein „Starkregen-Ereignis“ zu bewältigen. Es führte zu teils erheblichen lokalen Überschwemmungen. Maßgeblich betroffen war dabei das Wohngebiet um den Murkenbach zwischen Innenstadt und Tannenberg. Hier gab es ähnlich starke Niederschläge bereits 2013.

Grafik: Siegel Buck Janik Werbeagentur

Gebiet zwischen Innenstadt und Tannenberg betroffen

Die Ereignisse von 2018 haben jedoch gezeigt, dass diese Maßnahmen im Bereich Reußenstein- / Hohenzollernstraße nicht ausreichen. Das ist vor allem für die dortigen Anwohner/-innen mehr als ärgerlich.

Kanalnetz optimieren

Um den Hochwasserschutz weiter zu intensivieren, werden wir ein Starkregen-Risikomanagement entwickeln und dazu erweiterte Analysen und Datenerhebungen in den betroffenen Gebieten vornehmen. Für ein künftig leistungsfähigeres Gesamtsystem baut unser Eigenbetrieb Stadtentwässerung Böblingen ab Mai 2019 einen neuen zusätzlichen Kanal zwischen Reußensteinstraße 50 und Max-Planck-Gymnasium. Ebenfalls ist geplant, im Murkenbachtäle ein neues unterirdisches Regenrückhaltebecken mit einem Volumen von ca. 6.000 Kubikmetern zu errichten.

Klimawandel bringt mehr Starkregen

Bedingt durch den klimatischen Wandel nehmen in den letzten Jahren Ereignisse mit starkem Niederschlag zu und werden häufig intensiver. Darauf ist das bestehende Böblinger Kanalnetz mit seinen Rückhalteanlagen sowie das Netz der offenen Gewässer nicht ausgelegt, obwohl deren abmildernde Wirkung (Retention) bei Hochwasser den gültigen rechtlichen Vorgaben und technischen Regelwerken mit Blick auf den Ausbaustandard entspricht. Die oben genannten Maßnahmen sollen dazu dienen, unser Kanalnetz auch innerhalb von dicht bebauten Gebieten für die geänderten Bedingungen infolge des Klimawandels zu ertüchtigen.

Technische Maßnahmen und Selbstvorsorge

Wir, die Stadt Böblingen, möchten Sie außerdem für eine gewisse Selbstvorsorge sensibilisieren und bieten Ihnen hier Möglichkeiten für Beratung und Gespräche an. Denn die künftige Entwicklung des Klimas und dessen witterungsbedingte Folgen liegen de facto nicht in unserer Hand. So können wir keinen dauerhaften und allumfassenden Schutz aller Bürger/-innen vor Hochwasser durch starken Niederschlag garantieren.

Bestmögliche Vorkehrungen lassen sich hier nur mit vereinten Kräften treffen: zum einen technisch durch Maßnahmen bei Kanalisation und Gewässern sowie sichere Abflusswege bei Überlastung und zum anderen durch den privaten Objektschutz für Gebäude. Dazu wollen wir mit Ihnen einen aktiven Dialog führen.

Informationsveranstaltung am 19. März

Am Dienstag, 19. März 2019, um 17.00 Uhr laden die Stadt und der Eigenbetrieb Stadtentwässerung Böblingen in den Großen Sitzungssaal des Neuen Rathauses ein (Marktplatz 16). Hier werden wir Ihnen die zukünftigen städtischen Maßnahmen zum Hochwasserschutz vorstellen.

Gehen wir diese wichtige Aufgabe gemeinsam an!

Ihre

Christine Kraayvanger
Bürgermeisterin

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