Einfach und vorteilhaft: Bauantrag und Baugenehmigung auf digitalem Weg

Liebe Böblingerinnen und Böblinger,

nach knapp zwei Jahren intensiver Planungen ist es soweit: Die untere Baurechtsbehörde der Stadt Böblingen – also unser Baurechts- und Bauverwaltungsamt – ist im Januar 2022 bei den Baugenehmigungen in das digitale Verfahren gestartet. Das freut mich als zuständige Dezernentin für Planen und Bauen sehr – dies markiert einen weiteren Meilenstein auf unserem Weg in die digitale Verwaltung mit Vorteilen für Sie als Bürger*innen.
Gerne erläutere ich Ihnen Vorgehen und Veränderungen.

In der Planungsphase hieß es für unsere Mitarbeiter*innen, viele rechtliche Fragestellungen zu klären und den Finanzierungsbeschluss im Gemeinderat vorzubereiten. Dieser hat dem Projekt im November 2020 zugestimmt. Ursprünglich waren Kosten von 245.000 Euro für das Einscannen der insgesamt rund 500 laufenden Meter an Bauakten vorgesehen. Zudem waren für die Erweiterung von Hard- und Software 70.000 Euro und jährliche Folgekosten in Höhe von 5.000 Euro veranschlagt. Diesen Kostenrahmen konnten wir bisher einhalten und sogar unterschreiten. Zugleich setzen wir als Böblinger Stadtverwaltung mit dieser sinnvollen Investition ein klares Zeichen für Modernisierung, für Digitalisierung und damit für die Zukunft.

Bestehende Bauakten vor der Digitalisierung, also der Abholung zum Einscannen.
Bestehende Bauakten vor der Digitalisierung, also der Abholung zum Einscannen.

Mehr Service online möglich

So weiten wir das digitale Service-Angebot für aktuelle Verfahren aus: Seit 2021 bieten wir bereits die Online- Terminvereinbarung für Akteneinsichten, Baulasten und Bebauungspläne an. Wesentliche Neuerung seit Januar 2022: Neue Bauanträge sind ausschließlich digital einzureichen. Interessierte können sich hierzu gerne auf der städtischen Internetseite informieren: www.boeblingen.de/Bauantrag.

Was ändert sich vor und hinter den Kulissen?

Diejenigen Bauakten, die dauerhaft aufzubewahren sind, werden nun nach und nach eingescannt und stehen künftig ausschließlich digital zur Verfügung. Die Scans und deren Import in die verwendeten Datenbanken werden voraussichtlich im Sommer 2023 abgeschlossen sein. Spätestens dann bedeutet das für Planer*innen und Bauherr*innen: Sie müssen nicht mehr persönlich zur Akteneinsicht ins Amt kommen, sondern können die Akten online anfordern. Dies ist aktuell bereits für die Jahre ab ca. 2017 der Fall, da diese fertig digitalisiert sind. In diesen Tagen werden weitere Aktenbestände aus dem Stadtarchiv zum Scannen abgeholt.

Umstellung auch für Bauverständige

Dass eine solch tiefgreifende Umstellung auch Ungewohntes mit sich bringt, ist verständlich. Etwa wenn unsere Bauverständigen die Pläne nicht mehr auf Papier prüfen, sondern nur an Bildschirmen. Für die Baukontrollen und Schlussabnahmen von Bauvorhaben werden daher neue mobile Endgeräte eingesetzt. Insgesamt wird die Umstellung bisher durchweg positiv angenommen, was mich sehr freut.

Weniger Papier und Lagerflächen, keine Versandzeiten

Denn was verbessern wir dadurch? Früher haben größere Bauvorhaben teils mehrere Ordner und Kisten gefüllt. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Auf digitalem Weg lässt sich viel Papier sparen und es fallen Versandzeiten weg, die auch zu Verzögerungen führten. Außerdem können wir große Lagerflächen anderweitig nutzen, was uns bei der gegenwärtigen Sanierung des Neuen Rathauses zupasskommt. Am Ende des digitalen Verfahrens steht die Erteilung einer digitalen Baugenehmigung, die eine qualifizierte elektronische Signatur enthält. Die allererste konnten wir schon im Herbst 2021 zum Abschluss einer erfolgreichen Testphase erteilen. Damit werden wir auch hier den Vorgaben des Onlinezugangsgesetzes gerecht – das Baugenehmigungsverfahren steht Ihnen, der Bürgerschaft, als digitale Verwaltungsleistung zur Verfügung.

Mein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten an diesem zukunftsweisenden Projekt!

Ihre
Christine Kraayvanger
Bürgermeisterin

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