Das Amtsblatt im Gespräch mit Frank Bader:

Koordination und Kommunikation zum Verkehrswegebau intensivieren

Lieber Herr Bader,
als Leiter des Tiefbau- und Grünflächenamts der Stadt kennen Sie die Planungen wohl wie kein Zweiter in unserer Stadt. Schon das Jahr 2016 war hart für die Verkehrsteilnehmer. Auf was müssen wir uns denn in diesem Jahr einstellen?

Frank Bader leitet das Tiefbau- und Grünflächenamt der Stadt

Im Jahr 2016 stellten, in verkehrlicher Hinsicht, die Vollsperrung der Calwer Straße zwischen Konrad-Zuse-Straße und Johann-Schütte-Straße, sowie die teilweise Sperrung (Einbahnstraßenregelungen) der Stuttgarter Straße/Friedrich-Gerstlacher-Straße (im Bereich des Thermalbads), aber auch die Vollsperrung der Tübinger Straße von der B464 bis zur Freiburger Allee die gravierendsten Baumaßnahmen dar. Jedoch gab es für diese Maßnahmen Umleitungsstrecken. Hinsichtlich der Leistungsfähigkeit und der Verkehrsführung haben diese meist ganz ordentlich funktioniert. Auch fielen diese Baumaßnahmen räumlich und zeitlich kaum zusammen, sodass Überlagerungen von Umleitungsverkehren hier eher nicht gegeben waren. Auch die Sanierung der Gäubahn, zwischen Stuttgart-Rohr und Böblingen, wurde unter Aufrechterhaltung eines eingeschränkten eingleisigen Betriebsablaufes durchgeführt.

Amtsblatt: Und wie sieht es nun für 2017 aus?

Die Verkehrsverhältnisse  werden noch schwieriger als im Vorjahr. Kleinräumige, lokale Umleitungsstreckenführungen sind nur sehr eingeschränkt möglich. Mit der Sanierung der B464, der K1073 und der Sperrung der K1077 sind vor allem Straßen mit regionaler und überregionaler Bedeutung betroffen. Das Verkehrsaufkommen hat dadurch eine andere Dimension als bei einer innerörtlichen Straße. Zusätzlich fallen diese Baumaßnahmen räumlich und zeitlich teilweise zusammen und werden zudem durch die verkehrlichen Auswirkungen von Baumaßnahmen Dritter (z. B. Sperrung von Gäubahn und Schönbuchbahn mit Schienenersatzverkehren) noch überlagert.

Amtsblatt: Das sind keine erfreulichen Aussichten - oder?

Nein. Die Stadt erreichten schon 2016 zahlreiche Beschwerden per Telefon, Mail und über die sozialen Medien. Dabei wurde die Stadtverwaltung auch für Baustellen und Umleitungsführungen verantwortlich gemacht, die gar nicht in unserem Verantwortungsbereich lagen.

Amtsblatt: Das Gleiche erwarten Sie auch für 2017?

Um es nochmal festzuhalten: Die Stadt verantwortet von den genannten Baumaßnahmen mit gravierenden verkehrlichen Auswirkungen in 2017 lediglich den radgerechten Ausbau der Herrenberger Straße westlich der Schönbuchbahn. Und dieser erfolgt im Schatten der Vollsperrung der Herrenberger Straße durch die Schönbuchbahn. Mithin nutzen wir hier Synergieeffekte der Straßensperrung wegen der Schönbuchbahn. Auf alle anderen Maßnahmen haben wir nur begrenzten bis gar keinen Einfluss (z. B. Sanierung der Gäubahn).  Auch werden sich im weiteren Umfeld Baumaßnahmen abspielen (z. B. vierstreifiger Ausbau der Richtungsfahrbahn Karlsruhe der A8 zwischen Kreuz Stuttgart und Leonberg-Ost), die auch verkehrliche Auswirkungen auf den Großraum Böblingen haben werden (B464, K1057).

Amtsblatt: Was kann die Stadt hier für die Bürger tun?

Wichtig ist die frühzeitige Bürgerinformation auf möglichst vielen medialen Kanälen. Größtes Problem in der Kommunikation ist vor allem, dass die Baustellen durch unterschiedliche Bauzustände zu permanenten Veränderungen im Verkehrsnetz führen werden. Dadurch müssen sich die Verkehrsteilnehmer immer wieder umstellen.

Amtsblatt: Was heißt das konkret?

Ziel ist die umfassende und hochwertige Informationsbereitstellung in vielen Medien: Print und Online. Ich denke dabei nimmt die grafische Aufbereitung der Zusammenhänge eine Schlüsselrolle ein, damit die jeweilige Situation schnell erfasst werden kann und sich durch die Visualisierung leichter einprägen lässt.

Amtsblatt: Wie umfassend soll das werden?

Wir wollen die Information von den verschiedenen Baulastträgern, Vorhabenträger und Versorgungsträger etc. im Vorfeld bündeln und auf Diskrepanzen mit anderen Maßnahmen (Wechselwirkungen oder Kollisionen) prüfen.

Weitere Informationen