SmartRathaus: Böblingen schützt mit intelligenter Gebäudetechnik das Klima

Deutsche Umwelthilfe startet mit Böblingen in ein dreijähriges Modellvorhaben – Gebäudeautomation soll helfen, Energie zu sparen und das Klima zu schützen – Rathaus, Gymnasium und Kindertagesstätte werden auf den Stand der Technik gebracht

Böblingen ist eine von fünf Modellkommunen im Klimaschutzprojekt SmartRathaus der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Mit digitaler Steuer- und Regeltechnik soll in der Gemeinde künftig Energie eingespart und damit das Klima, aber auch die Gemeindekasse geschont werden. Böblingen und die anderen vier Modellkommunen stehen dabei beispielhaft für die mehr als 10.000 kleinen und mittleren Kommunen; das Rathaus, der Kindergarten und das Gymnasium stellvertretend für mehr als 170.000 kommunale Liegenschaften, die es in Deutschland gibt.

(v. l. n. r.) Peter Knoll, Institut für Gebäude-und Energiesysteme (IGE), Hochschule Biberach, Anja Kruppa, Klimaschutzmanagerin, Natalie Kopestenski, Projektleiterin SmartRathaus /Energiemanagerin, Steffen Holzmann, Projektleiter Digitalisierung / DUH, Timo Nußbaum, Amtsleiter Gebäudemanagement, Dr. Stefan Belz, Oberbürgermeister Böblingen, Simon Mößinger, Projektmanager Kommunaler Klimaschutz / DUH, Rupert Wronski, Projektleiter Kommunaler Klimaschutz / DUH

Mit Heizung, Lüftung, Kühlung, Beleuchtung und Infrastruktur verschlingen öffentliche Gebäude Unmengen an Energie. Deshalb bemühen sich Kommunen, den Energiebedarf manuell zu senken. Häufig werden die Heizungsanlagen von Schulen und Kindergärten in den Ferien heruntergeregelt oder die Beleuchtung in öffentlichen Bereichen mit Bewegungsmeldern und Hauptschaltern gesteuert. „Ein manuelles Gebäudemanagement ist häufig aufwändig und fehleranfällig“, erläutert Steffen Holzmann, Projektleiter Digitalisierung bei der DUH. „Digitale Alternativen erlauben eine viel feinere und ausgefeiltere Steuerung in den Gewerken – das reduziert den Energiebedarf und erhöht häufig sogar noch den Komfort für die Nutzer.“ Gerade für kleine und mittlere Kommunen ist der Einstieg hier jedoch mit hohem Aufwand verbunden. „Mit dem Projekt SmartRathaus wollen wir den Kommunen die passenden Werkzeuge an die Hand geben, um im digitalen Gebäudemanagement aktiv zu werden“, so Holzmann.

Klimaschutz hat einen hohen Stellenwert in der Böblinger Verwaltung: Im Klimaschutzkonzept der Gemeinde sind bereits 45 konkrete Maßnahmen für den effizienten Umgang mit den Ressourcen Strom und Wärme festgeschrieben. Städtische Gebäude energieeffizienter zu organisieren ist Teil davon: „Das Projekt SmartRathaus knüpft nahtlos an unsere Klimaschutzaktivitäten an. Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen und ausloten, wieviel Energie sich mit intelligenten Maßnahmen einsparen lässt. Und nicht zuletzt wollen wir andere Kommunen an unseren Erfahrungen teilhaben lassen“, so der Böblinger Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz.

Die Deutsche Umwelthilfe nimmt gemeinsam mit den Experten des Fachbereiches Gebäudeautomation an der Hochschule Biberach drei Böblinger Gebäude genauer unter die Lupe: das alte und neue Rathaus, das Albert-Einstein-Gymnasium sowie die Kita in der Goethestraße. Für das Rathaus wurde bereits ein Sanierungsprogramm von über 12 Millionen Euro beschlossen, dabei liegt der Fokus auch auf intelligenter Regelungstechnik. Erst im Jahr 2015 öffnete die Kita, die bereits einen hohen Automationsgrad aufweisen kann. Hier soll neben der Energieeffizienz insbesondere die Nutzererfahrung verbessert werden. Im Albert-Einstein-Gymnasium bestehen nur beschränkte Möglichkeiten zur Sanierung der Gebäudehülle, daher dreht sich hier alles um eine zielgerichtete Anlagensteuerung. „Gerade in Böblingen geht es darum, die Intelligenz in der Steuerung der Gebäude zu verbessern. Das verspricht interessante Teilprojekte aus denen viele weitere Kommunen lernen können“, so Simon Mößinger, Projektmanager Kommunaler Klimaschutz bei der DUH.

Die Hochschule Biberach begleitet das Projekt wissenschaftlich. „Durch das Projekt bekommen wir einen umfassenden Einblick in die kommunale Praxis“, freut sich Peter Knoll vom Institut für Gebäude- und Energiesysteme (IGE) der Hochschule Biberach. „Die Modellprojekte werden auch uns neue Erkenntnisse aus der Praxis bringen und zurück in die Forschung und Entwicklung neuer Technologien wirken.

Über Smart Rathaus

Durch intelligente Regelung von Heizung, Beleuchtung oder Lüftung lässt sich der Energiebedarf von Gebäuden deutlich senken. Dies will die DUH mit ihrem Projekt SmartRathaus zeigen, das 2018 gestartet ist und bis Ende 2020 läuft. In fünf ausgewählten Städten und Gemeinden entstehen zusammen mit den Kommunalverwaltungen Modellprojekte, die aufzeigen, welche Einsparungen sich mit der automatisierten Steuerung und Regelung von kommunalen Liegenschaften realisieren lassen. Das gilt sowohl beim Energieverbrauch als auch beim Arbeitsaufwand im Gebäudemanagement.

In der Gebäudeautomation sind häufig vor allem die Bestandsliegenschaften von kleineren und mittleren Kommunen nicht auf dem neuesten Stand der Technik. Insgesamt haben sich 50 Kommunen auf die bundesweite Ausschreibung beworben, begleitet von der DUH und der Hochschule Biberach, ihren Gebäudebestand zu optimieren und zu modernisieren. Nach einem Evaluationsprozess sind die Gemeinde Birkenwerder (BB), die Stadt Böblingen (BW), die Stadt Borkum (NI), der Flecken Steyerberg (NI) und die Stadt Wörth am Rhein (RP) als Projektpartner ausgewählt worden.

Links:
Mehr zu SmartRathaus: https://www.duh.de/smartrathaus/

(Erstellt am 25. Oktober 2018)

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Fabian Strauch

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Raum: 207
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Pressesprecher, Sachbearbeitung