Erweiterte Kita-Notbetreuung startet am 27. April: Informationen und Hintergründe

Am Montag hat das Land die Träger von Kindertageseinrichtungen (Kitas) und die Öffentlichkeit informiert, dass die Kitas zwar weiterhin bis mindestens 3. Mai 2020 geschlossen sind, die Möglichkeiten für eine Notbetreuung ab 27. April jedoch erweitert werden. So können dann auch Eltern die Notbetreuung in Anspruch nehmen, wenn beide Erziehungsberechtigte bzw. die oder der Alleinerziehende eine Tätigkeit mit Präsenzpflicht außerhalb der Wohnung wahrnehmen und vom Arbeitgeber unabkömmlich gestellt werden.

Dieser neue Anspruch hat jedoch Grenzen. Denn es gilt auch, dass jede Kita-Gruppe maximal die Hälfte der regulär zulässigen Kinder betreuen darf. Auch sollen die Kinder in den bisher zuständigen Einrichtungen betreut werden, und zwar durch das Personal, welches auch regulär in der jeweiligen Gruppe arbeitet. Gerade Einrichtungen mit Ganztagesbetrieb und Krippengruppen, bei denen die Quote der berufstätigen Eltern regelmäßig überdurchschnittlich hoch ist, werden hier eventuell schnell vor der Entscheidung stehen, welche Kinder notbetreut werden – und welche nicht.
 
Offene Fragen
 
Ob alle Eltern, die einen Anspruch auf Notbetreuung hätten, ihre Kinder in die Betreuung bringen, ist derzeit völlig offen. Es wurde auch schon die Sorge geäußert, Kinder könnten sich in der Kitas anstecken und dann das Virus mit in die Familie bringen. Die Frage der Ansteckungsgefahr beschäftigt die Verantwortlichen bei der Stadt Böblingen sowohl hinsichtlich der Kinder, aber auch der Eltern, die ihre Kinder zur Betreuung bringen. Zudem gibt es die Verantwortung des Kita-Trägers gegenüber dem Personal, für einen sicheren Arbeitsplatz zu sorgen. Wie das richtig geht, darüber gibt es bundesweit derzeit noch viele verschiedene Meinungen.
 
Klar ist jedoch, dass die Arbeit mit Kleinkindern unter Einhalten eines Sicherheitsabstandes von 1,50 Metern nicht funktioniert – auch nicht mit viel Kreativität. Bereits bei den Stichworten Essen und Wickeln wird schnell klar: Abstand halten geht nicht. Aber auch das Thema Masken funktioniert nicht. Kaum ein Kleinkind wird einen Alltagsschutz (Mund-Nase-Schutz) mehr als einige Minuten an Ort und Stelle lassen.
 
Pädagogische Fachkräfte sind für Kinder vertraute Personen, die sie lange nicht gesehen haben. Und auch wenn Menschen mit Mundschutz inzwischen vielerorts zu sehen sind, wird es in der Kita für die Kinder befremdlich sein und bei der Gestaltung des Betreuungsstartes sicher Einfluss nehmen.
 
Sehr wichtig wird es sein, Abstandsregeln zwischen Kita und Eltern zu kommunizieren, z. B. für das Bringen und Abholen der Kinder. Hierzu werden je nach Bedingungen der jeweiligen Kita Vor-Ort-Verfahren festgelegt. Die Eltern erhalten vor dem Start ein Informationsschreiben.
 
Hinweise zu den Anträgen auf Notbetreuung
 
Zur Handhabung in der Praxis: Entsprechende Anträge wird die Stadt prüfen und bei Vorliegen der Voraussetzungen wird die Notbetreuung stattfinden. Die aktualisierten Anträge für die Notbetreuung sind zu finden unter www.boeblingen.de/notbetreuung. Das Vorliegen der jeweiligen Arbeitgeberbescheinigung ist für die Entscheidung über eine erweiterte Notbetreuung zwingend erforderlich.
 
Die Stadt Böblingen hat großes Verständnis dafür, dass eine funktionierende Kinderbetreuung für viele Eltern von Tag zu Tag wichtiger wird. Die Betriebe wollen ihre Arbeitskräfte vor Ort haben, Selbstständige müssen um ihre aufgebauten Existenzen bangen, der Handel hat wieder weitgehend geöffnet.
 
Die Sorgen und Nöte werden gesehen und sehr ernst genommen. Zugleich gibt es weiterhin eine große gemeinsame Verantwortung, die bisherigen Erfolge bei der Eindämmung der Ansteckungen nicht aufs Spiel zu setzen.

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Kontakt

Fabian Strauch

Referat Oberbürgermeister

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