Ein weiterer Schritt in Richtung Normalität: Kitas öffnen auch in Böblingen ab 25. Mai ein wenig mehr

Seit nunmehr zwei Monaten sind die Kindertageseinrichtungen (Kitas) in Baden-Württemberg geschlossen. Nur wenige Kinder konnten im Rahmen einer Notbetreuung versorgt werden, v.a. wenn die Eltern in systemrelevanten Berufen tätig sind. Nun hat das Land am Samstag, 16. Mai, einen weiteren Schritt zur Ausweitung des Notbetriebs beschlossen. Dieser soll Kindern und Eltern ein Stück Normalität wiederbringen. Bislang waren auch in den Böblinger Kitas die Möglichkeiten der Betreuung streng begrenzt. Dies ändert sich mit der neuen Fassung der Corona-Verordnung. Künftig können bis zu 50 Prozent der Plätze je Kita-Gruppe belegt werden – wenn das Fachpersonal vorhanden ist, die Räume eine solche Betreuung mit Abstand hergeben und ein Hygienekonzept die passenden Rahmenbedingungen schafft.

Welche Kinder die Plätze in Anspruch nehmen können, die im Rahmen der erweiterten Notbetreuung noch übrig sind, regelt die neue Verordnung nicht. Das Kultusministerium hat hier verschiedene Optionen in den Raum gestellt und überlässt es den Träger vor Ort, darüber Entscheidungen zu treffen.
 
Verfügbare Plätze im wöchentlichen Wechsel
 
Die Stadt Böblingen hat sich entschieden, die verfügbaren Plätze für möglichst viele Kinder anzubieten. Da jedoch nur maximal 50 Prozent der Plätze zur Verfügung stehen bedeutet dies, dass es keine Angebote für eine dauerhafte Betreuung geben wird. Die verfügbaren Plätze werden nur im wöchentlichen Wechsel angeboten werden.
 
Vorbereitungen ab 18. Mai, erweiterter Notbetrieb in Böblingen ab 25. Mai
 
Weil die entsprechende Rechtsverordnung erst am Samstag Mittag, 16. Mai, veröffentlicht wurde, gab es keinen ausreichenden zeitlichen Vorlauf, um diese Entscheidungen bereits ab 18. Mai direkt und fundiert in den Kitas umzusetzen.
 
Stattdessen gilt für die Stadt Böblingen wie auch in anderen Kommunen des Landes folgender Fahrplan:
Die Einrichtungen werden sich ab dem 18. Mai mit den Eltern in Verbindung setzen und abklären, ob eine Betreuung gewünscht ist und welche Notwendigkeiten es für die Betreuung gibt. Hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, z.B. ob das Kind im September in die Schule kommt, ob Sprachförderung erfolgen muss oder ob die Eltern hinsichtlich einer Erwerbstätigkeit durch die eingeschränkte Betreuung unterstützt werden können. Es wird auch damit gerechnet, dass manche Eltern Ihre Kinder noch nicht in die Betreuung geben wollen, da das Infektionsrisiko und ein damit verbundenes Gesundheitsrisiko für kleine Kinder noch nicht hinreichend wissenschaftlich geklärt ist. Die Stadt wird den erweiterten Notbetrieb dann ab dem 25. Mai umsetzen.
 
Bei den pädagogischen Fachkräften gibt es wie bei den Lehrkräften an den Schulen Personen, die eventuell nicht einsetzbar sind, da sie z.B. wegen einer Vorerkrankung ein zu hohes gesundheitliches Risiko haben. Dies gilt es noch zu klären. Leider fehlen noch immer die wissenschaftlichen Erkenntnisse, ob Kinder als Überträger ein hohes Risiko darstellen oder nicht. Hier laufen derzeit an verschiedenen Fakultäten Studien, deren Ergebnisse bis dato leider noch nicht vorliegen.
 
Wie viele andere Städte auch hätte sich auch Böblingen einen Kriterienkatalog vom Land gewünscht, wer vorrangig von der Erweiterung der Notbetreuung profitieren soll. Eine solche Auswahl hat jedoch auch zur Folge, dass ganze Gruppen von Kindern nicht bedacht werden könnten. Insoweit besteht Verständnis dafür, dass das Land diese Entscheidung nicht treffen wollte. Besser macht es das für die Eltern jedoch nicht, da die Entscheidung nun an anderer Stelle und vermutlich von Ort zu Ort unterschiedlich getroffen wird.
 
Die Situation bleibt schwierig, auch wenn nun einige Kinder mehr betreut werden können. Mit den neuen Rahmenbedingungen wird man die Situation im Gesamten etwas verbessern können – sie ist jedoch immer noch weit entfernt von einem normalen Betrieb, wie es ihn vor dem 17. März gab.

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