Musik- und Kunstschule: Kreatives und virtuelles Allegro durch Corona

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

Musik und Kunst mit ihren pädagogischen Angeboten waren wegen des Corona-Virus acht Wochen lang nur ganz anders möglich als gewohnt. Es galt, Alternativen zu finden für die persönliche Begegnung beim gemeinsamen Musizieren, Theaterspielen, Tanzen und Kunstwerken. Unser Team der Musik- und Kunstschule hat sich sehr schnell und vorbildlich auf die neue Situation eingestellt – zum Vorteil der Kinder und Jugendlichen. Seit 11. Mai kann mit gewissen Einschränkungen und Schritt für Schritt auch persönlicher Unterricht wieder stattfinden.

Mit kreativen Ideen und digitalen Möglichkeiten haben die Lehrkräfte bereits in der ersten Woche der Schließzeit den Kontakt zu Schüler/-innen aufgenommen.

Collage Musikschule von zuhause

Krise als Chance genutzt

Die Stadt Böblingen hatte 2019 zusammen mit Fördermitteln aus dem Landes-Projekt „Future Communities“ Geld investiert, um u. a. die Schülerverwaltung der Musik- und Kunstschule zu digitalisieren und Tablets für den Unterricht anzuschaffen. Die dafür entwickelte eigene App mit Nachrichten-Funktion ließ sich während der Corona-Zeit um die Funktion eines Datenschutz-konformen Video-Chats erweitern. Damit war es ergänzend zu anderen Video-Plattformen möglich, über die App direkt mit den Schüler/-innen Unterricht abzuhalten.

Kreativ und virtuell bis zu #musikverbindetBB

Etliche neue Formen und Formate waren die kreativen Ergebnisse der ersten Corona-Phase, rasant wie ein Allegro: Instrumental- und Gesangsunterricht online, SingPause BB virtuell, Tanzstunden im Wohnzimmer, Theater-Coaching vom Bürostuhl, Chorproben im Meeting-Raum, Bläserklassen im Kinderzimmer, Orchesterproben ohne Mikro, Ensemblearbeit in Apps, Kunstmaterial per Post, Kulturfenster für Senioren, neue YouTube-Kanäle und einiges mehr.

Besonders hervorzuheben ist das Projekt #musikverbindetBB. Mit fast 200 eingesandten Videos, instrumental und gesungen, sorgte Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude“ in einer überaus sehenswerten YouTube-Fassung für Begeisterung. Zumal im Jahr seines 250. Geburtstags.

All das zeigt: Unsere Musik- und Kunstschule hat diese schwierige Zeit bestens gemeistert. Eltern und Kinder waren dankbar, dass die Online-Angebote es ermöglichten, zwar in anderer Form, aber dennoch regelmäßig in Kontakt zu bleiben und gewohnte Abläufe zu erhalten.

Hybrider Wiederaufbau in drei Phasen

Am 11. Mai konnten mit Abstands- und Hygienekonzept gemäß der Landesverordnung die ersten Fachbereiche, z. B. Streicher und Gitarre, im Einzelunterricht wieder starten. Allen war beim persönlichen Wiedersehen eine große Erleichterung anzumerken. Weitere Kurse und Fachbereiche, etwa Blasinstrumente und Tanz, kamen in Phase zwei ab 25. Mai hinzu. In dieser Woche ist die musikalische Früherziehung wieder angelaufen. Wobei überall beispielsweise die Personenzahl noch begrenzt ist.

Teils finden Stunden aus organisatorischen oder Hygiene-Gründen weiterhin online statt, sodass bisweilen ein hybrider Unterricht entsteht.

Wie geht es weiter?

Die verschiedenen Online-Angebote waren sehr wichtig, um trotz Schließung dranzubleiben und zusammenzuhalten. Den persönlichen Unterricht vor Ort – direkt und gemeinsam – mit ausgebildeter pädagogischer Fachkraft können sie aber nicht ersetzen. Künftig wird digitaler Unterricht je nach Situation ebenfalls eine Rolle spielen, wie ja auch schon jetzt Apps im Unterricht zum Einsatz kommen. Hier ist wiederum die Krise unsere Chance, über sinnvolle Verwendungen bzw. Kombinationen nachzudenken.

Allen Lehrkräften und Leitungs-Teams danke ich herzlich für ihr hochgeschätztes Engagement, allen Eltern und Schüler/-innen für ihr Verständnis und ihre Treue.

Auf dass sich die aktuelle positive Entwicklung fortsetzt, besonders auch für Musik, Kunst und Kultur!

Ihr
Dr. Stefan Belz

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Dr. Stefan Belz
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