„Girls’ Digital Camps“: Böblingen bildet

In insgesamt fünf Regionen Baden-Württembergs starteten unlängst die vom Land geförderten Modellprojekte zur Entwicklung von „Girls’ Digital Camps“. Wie sich künftig mehr Mädchen und junge Frauen für Berufe im Bereich Digitalisierung und IT gewinnen lassen, wird für die Wirtschaftsregion Stuttgart auch in Böblingen, Herrenberg und Stuttgart bis 2020 pilothaft erprobt. Mit-Initiatorin ist die städtische Gleichstellungsbeauftragte Angelika Baur.

Gemeinsam mit Natalie Spahr vom VDI Württembergischer Ingenieurverein e. V. (WIV) hatte Angelika Baur im letzten Jahr ein Konzept entwickelt, durch das auch Böblingen als Pilotstandort ausgewählt wurde.

Pilotstandort Böblingen

Die „Girls’ Digital Camps“, für die das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg insgesamt rund 1,3 Millionen Euro bereitstellt, sollen jungen Frauen frühzeitig digitale Kompetenzen und Berufe nahebringen – reich und gleich an Chancen. Dies wird sich auch positiv auf die Nachwuchsarbeit für die sogenannten MINT-Berufe auswirken (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).

„Zukunftsberufe werden durch die Digitalisierung geprägt. Die von uns geförderten Girls’ Digital Camps leisten einen wichtigen Beitrag dazu, bei Mädchen und jungen Frauen stärkeres Interesse für digitale Themen und IT-Berufe zu wecken“, so Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. „Denn hier entstehen veränderte und neue Berufsbilder, die digitale und kreative Fähigkeiten verknüpfen.“

Ziele und Inhalte

Von Klasse 6 bis Klasse 9 erhalten die Teilnehmerinnen praktische Einblicke: durch konkretes Erleben hin zu mehr Selbstvertrauen im Umgang mit und in der Gestaltung von digitaler Technik. Die „Girls’ Digital Camps“ sind ein modulares Angebot in Kooperation mit Schulen und Unternehmen. Ihre Inhalte orientieren sich gezielt an der Lebenswelt und den Interessen von jungen Frauen.

Unternehmen vor Ort als Partner

Unterstützt wird das Projekt von Firmen aus dem Kreis Böblingen. Bei heinekampdesign in Böblingen konnten die Schülerinnen erleben, wie Virtual Reality die Möglichkeiten von Produktentwicklung und Marketing verändert hat. Im Mai gibt es Gelegenheit, bei Elektro Breitling in Holzgerlingen zu lernen, wie ein modernes „Smart Home“ funktioniert. Mit Digital Fashion beteiligt sich zudem das Herrenberger Maßatelier Weimper. Bei der Textilherstellung sind digitale Fertigungsmethoden schon lange Standard. Ein Microcontroller-gesteuertes T-Shirt mit variabel programmierbaren Leuchteffekten bildet das Abschlussprojekt des „Girls’ Digital Camp“ in diesem Schuljahr.

Konzept findet viel Anklang

Der erfolgreiche Start gibt dem Konzept recht: Die angebotenen Inhalte stoßen auf großes Interesse. Mit dabei beim 12-wöchigen Nachmittagsangebot in diesem Projektjahr sind insgesamt 120 Mädchen an folgenden teilnehmenden Schulen: Otto-Hahn-Gymnasium und Friedrich-Schiller-Realschule in Böblingen sowie die Jerg-Ratgeb-Realschule Herrenberg, das Ferdinand-Porsche-Gymnasium Zuffenhausen und das Wirtemberg-Gymnasium Untertürkheim.

Diese Zahlen zeigen: Mädchen begeistern sich für digitale Technik. Fachliche IT-Fähigkeiten und -Fertigkeiten sind zentrale Voraussetzung dafür, die digitale Zukunft chancengerecht mitzugestalten. Aufgrund der hohen Nachfrage werden weitere offene Angebote folgen, zu denen zusätzliche Projektpartner und Teilnehmerinnen eingeladen sind.

Fachkräfte werden gesucht, das ist eine Herausforderung. Attraktive Bildungsangebote bieten hier Lösungen und vielversprechende Zukunftschancen für den Nachwuchs.

Weitere Informationen

Kontakt

Telefonzentrale

Tel.: 07031 / 66 90
E-Mail