Grün statt Grau: (Vor-)Gärten naturnah gestalten

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

zu wenige Parkplätze, zugeparkte Wohnstraßen, Pflegeaufwand für Vorgärten – all das sind Gründe, aus denen die einen oder anderen Hauseigentümer/-innen ihre Vorgartenfläche pragmatisch nutzen wollen: entweder als Stellplatz für ihr Fahrzeug oder pflegeleicht als Steingarten mit Pflanzkübeln. Was viele als sinnvolle und praktikable Lösungen ansehen, hat jedoch nicht nur Vorteile und ist zudem baurechtlich nicht immer zulässig. Darüber möchte ich Sie heute informieren.

Landauf, landab findet bewusst ein Umdenken im Umgang mit der Versiegelung freier Flächen in Wohngebieten statt. Gerade Vorgärten und selbst kleine Grünflächen sind enorm wichtig für Klima und Artenvielfalt. Außerdem sind Vorgarten-Flächen in der Regel in den Bebauungsplänen als freizuhaltende Fläche eingeplant.

Vorgärten

Klimaschutz und Wohnqualität

Vorgärten bieten Lebensraum für Insekten und Bienen, die dort Nahrung finden. Auch Vögel profitieren von diesen kleinen grünen Oasen, sei es als Nistplätze oder Futterquelle. Mehr noch – diese Grünflächen verbessern das Kleinklima und sorgen so für saubere, frische Luft. Wenn diese Flächen hingegen, wie es zunehmend der Fall ist, als nur mager bepflanzte Stein- und Schottergärten oder als Stellplätze „gestaltet“ werden, sieht das ganz anders aus. Es entsteht ein graues und tristes Wohngebiet ohne direkten Naturbezug, was in Summe die Wohnqualität sinken lässt.

Vorgärten gezielt planen

Doch bereits jetzt können wir durch planerische Zielsetzungen und rechtliche Grundlagen in den Bebauungsplänen viel für die Schaffung und Erhaltung von Grünflächen tun. So sind z. B. Grünflächen in den Vorgärten oder Dachbegrünungen für Garagen festgelegt. Grundsätzlich können etwa auch die Art, wie Vorgärten zu begrünen sind, und der Ausschluss von sogenannten Steingärten geregelt werden – zum Wohl der Vielfalt der Natur.

Leider zeigt sich hier, dass Appelle an das Umweltbewusstsein oft nicht ausreichen und die Freiwilligkeit an eigenen – wenn auch zum Teil verständlichen – Interessen ihre Grenze hat. Bauherren müssen aber die Vorgaben in Bebauungsplänen einhalten.

Baurechtliche Vorgaben

So kann der maßgebliche Bebauungsplan Festsetzungen beinhalten, die eine bestimmte Nutzung und Ausgestaltung der Gärten ausschließen oder bestimmte Gestaltungen der Vorgärten und Grünflächen vorschreiben. Werden diese Festsetzungen nicht beachtet, hat dies Folgen. Im Ernstfall können bei Verstößen bauordnungsrechtliche Maßnahmen zur Vollstreckung ergriffen werden. Oftmals wird der Rückbau gefordert und die Fläche ist zu entsiegeln bzw. zu begrünen.

Unser Baurechts- und Bauverwaltungsamt berät Sie gerne

Damit es nicht so weit kommt, raten wir den Bauherren bzw. Eigentümer/-innen: Erkundigen Sie sich bitte vor der Versiegelung von Flächen auf jeden Fall beim Baurechts- und Bauverwaltungsamt, ob Ihr jeweiliges Vorhaben zulässig ist.

Wir beraten Sie gerne, um eine gemeinsame, tragfähige Lösung zu finden.

Ihre

Christine Kraayvanger
Bürgermeisterin

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