Erweiterter Kita-Notbetrieb: Informationen und Hintergründe

Liebe Böblingerinnen und Böblinger,

das Corona-Virus brachte große Einschränkungen im täglichen Leben für uns alle in der Stadt. Vieles war zum Gesundheitsschutz nicht mehr so möglich wie vorher. Besonders waren Sie in den Familien betroffen – als Eltern und Kinder. Ab Mitte März waren die Kindertageseinrichtungen (Kitas) in Baden-Württemberg prinzipiell geschlossen. Nur wenige Kinder konnten wir notbetreuen, vor allem von Eltern in systemrelevanten Berufen. Seit Montag, 25. Mai, können bis zu 50 Prozent der Plätze pro Kita-Gruppe belegt werden – wenn das Fachpersonal vorhanden ist, die Räume eine solche Betreuung mit Abstand zulassen und ein Hygienekonzept die passenden Rahmenbedingungen schafft. Welche Aufgaben und Herausforderungen dies für uns als Träger von 27 Kitas bedeutet, wollen wir Ihnen erläutern.

Welche Kinder die Plätze in Anspruch nehmen können, die zusätzlich zur bestehenden Notbetreuung verfügbar sind, überlässt das Kultusministerium den Trägern vor Ort. Weil die entsprechende Landes-Verordnung erst am Samstag, 16. Mai, veröffentlicht wurde, gab es keinen ausreichenden zeitlichen Vorlauf, um den Betrieb schon ab 18. Mai in den Kitas umzusetzen. So haben die Kollegen/-innen unserer städtischen Kitas vergangene Woche mit den Eltern abgeklärt, ob eine Betreuung gewünscht ist und welche Notwendigkeiten es gibt. Dabei spielen verschiedene Kriterien eine Rolle: z. B. ob das Kind im September in die Schule kommt, ob ein spezieller Förderbedarf besteht oder ob die Eltern berufsbedingt durch die eingeschränkte Betreuung unterstützt werden können. Mein Dank gilt allen Mitarbeiter/-innen, die dafür schnell, intensiv und in engem zeitlichen Rahmen gemeinsam angepackt haben.

Zusätzliche Plätze im wöchentlichen Wechsel

Die Stadt Böblingen hat sich entschieden, diese weiteren Plätze für möglichst viele Kinder anzubieten. Das bedeutet aber, dass es keine dauerhaften Betreuungs-Angebote geben kann. Die zusätzlich verfügbaren Plätze werden im wöchentlichen Wechsel angeboten. Dieses Vorgehen erachten wir für die Abläufe und für die Kinder als die bessere Wahl. Denn es ermöglicht den Kindern, sich nach der langen Zeit zu Hause in den – wenn auch veränderten – Kita-Rhythmus einzufinden. Trotz des Wechsels ist eine höhere Kontinuität möglich als bei einer tage- oder stundenweisen Lösung, sodass sich aus fachlicher Sicht auch die Hygienemaßnahmen im Wechsel von einer Gruppe zur anderen besser gewährleisten lassen. Grundsätzlich sehen wir für die neu hinzukommenden Kinder ein Angebot von sechs Stunden pro Tag ohne Mittagessen vor. Auch ein erweitertes Angebot bis 16.00 Uhr mit Mittagessen ist bei Bedarf möglich. Die Betreuung soll in der gewohnten Einrichtung erfolgen. Um Kinder und Mitarbeitende zu schützen, gelten auch in den Kitas strenge Hygiene- und Verhaltensregeln. So dürfen sich die Gruppen derzeit nicht mischen, was vor allem in Häusern mit offenen pädagogischen Konzepten zunächst ungewohnt ist.

Wie läuft der erweiterte Notbetrieb ab?

Manche Eltern wollen nach eigenem Ermessen ihre Kinder aufgrund des Infektionsrisikos noch nicht in die Betreuung geben. Auch steht ein Teil unserer Fachkräfte nicht zur Verfügung, etwa wenn Vorerkrankungen ein hohes Gesundheitsrisiko bedeuten würden.
Aktuell werden ca. 280 Kinder in 27 Einrichtungen betreut.
Von insgesamt rund 450 pädagogischen Fachkräften sind gegenwärtig rund 250 verfügbar.

Verbesserung ja, Normalität nein

Liebe Familien,

wir wissen um die Schwierigkeiten, die diese Situation für Sie bedeutet. Uns ist mehr als bewusst: Ihren Alltag zu organisieren und zu stemmen, ist gegenwärtig sehr belastend. Viele kommen an ihre Grenzen. Daher ist es umso wichtiger, Familien ein Stück mehr zu entlasten, indem wir mehr Kinder betreuen.
Vom Normalbetrieb sind wir jedoch noch weit entfernt. Dabei stehen aktuell Infektions- und Gesundheitsschutz an erster Stelle.
Parallel bereiten wir uns auf die am Dienstag angekündigte Öffnung der Kitas bis Ende Juni vor. Derzeit warten wir noch auf die konkreten Regelungen seitens des Landes.

Halten wir weiterhin gemeinsam durch und zusammen, um möglichst bald wieder in ein geregeltes Leben zurückkehren zu können.

Dafür wünschen wir Ihnen viel Kraft und vor allem Gesundheit.

Ihr
Dr. Stefan Belz
Oberbürgermeister

Tobias Heizmann
Erster Bürgermeister

Weitere Informationen

Ulrich Schwarz - Erster Bürgermeister

Kontakt

Tobias Heizmann

Erster Bürgermeister
Tel.: 07031 / 669 22 01
E-Mail

Weitere Beiträge