Böblinger Kunst und Kultur trotzen Corona

Liebe Böblingerinnen und Böblinger,

seit einem Jahr befindet sich das kulturelle Leben in unserer Stadt im Ausnahmezustand. Der Kunst- und Kulturgenuss verlagerte sich, abgesehen von der kurzen Phase der Entspannung im Sommer 2020, in die digitale Welt, und uns allen ist klar: Das direkte, persönliche Erlebnis bei Veranstaltungen ist durch nichts zu ersetzen und fehlt uns allen sehr. Ob Konzerte, Theater, Ausstellungen oder Kino, aber auch die Ausgehkultur, die Feste und das gemeinsame Feiern mit Freunden vermissen wir schmerzlich. Die neue Corona- Verordnung seit 8. März eröffnet hier erste Perspektiven mit Inzidenz-abhängigen Lockerungen.

So können unsere Böblinger Museen nach mehr als drei Monaten Schließzeit endlich wieder öffnen.
Bleibt die 7-Tage-Inzidenz stabil unter 50, können Sie die Museen ab 17. März 2020 zu den regulären Öffnungszeiten besuchen. Und zu sehen gibt es dabei richtig viel.
Nachtrag am 17.3.: Inzidenz im Landkreis Böblingen ist über 50: Sie können die Museen mit vorheriger Terminvereinbarung besuchen!

Ausstellung Altes Amtsgericht

Vorsichtiger Optimismus: Museen öffnen am 17. März wieder

Im Deutschen Bauernkriegsmuseum kann die Sonderausstellung „5 vor!“ wieder besichtigt werden – sie wird bis 4. Juli 2021 verlängert.
Das deutsche Fleischermuseum bietet gleich zwei neue Sonderausstellungen: Im 1. Obergeschoss des Vogtshauses gibt es „Darf´s vom Guten etwas mehr sein?“ von Nathalie Wolff und Matthias Bumiller zu sehen. Mit ihren Wurstaquarellen hat die gebürtige Elsässerin entweder die minimalsten Küchenstücke der Kunstgeschichte geschaffen oder das kulinarische Meta-Stillleben erfunden. Dazu erzählt der Buchkünstler Bumiller unterhaltsame und lehrreiche fleischige Historien. Im 2. Obergeschoss sind Jan Kummers großformatige Malereien in Hinterglastechnik und Skulpturen präsentiert. Die Themen des sächsischen Künstlers sind Kulinarisches, (geistige) Nahrung, Lebens(reform) weisen und die Reise des Gutmännleins, die sich zu einer frohen und spannenden Gesamterzählung fügen.

„40 Tage – 40 Werke“

Auch die größte Böblinger Traditionsveranstaltung, das Aschermittwoch-Fischsuppenessen, musste in diesem Jahr abgesagt werden. Das bedeutet insbesondere für die karitativen Vereine und Organisationen, denen der Erlös der Veranstaltung zugutekommt, dass ihnen diese Spenden fehlen.

Unser Amt für Kultur hat dafür gemeinsam mit dem Böblinger Kunstverein eine Kunstaktion ins Leben gerufen.
Für „40 Tage – 40 Werke“ fand eine Ausschreibung statt, an der sich 49 Künstler/-innen mit 79 Arbeiten an der Aktion beteiligten. Beim gemeinsamen Sichten und Jurieren wurden 40 Werke ausgewählt, die seit Aschermittwoch in den Räumen des Kunstvereines im Alten Amtsgericht ausgestellt sind. Leider war es bisher nicht möglich, die Werke vor Ort zu besichtigen. Dennoch sind bereits sieben Werke verkauft worden.

Besuch von „40 Tage – 40 Werke“ im Alten Amtsgericht möglich

Sie sind noch bis Mittwoch, 31. März 2021, im Alten Amtsgericht (Schloßberg 11) ausgestellt. Bei stabiler 7-Tage-Inzidenz unter 50 können Sie die Ausstellung mittwochs von 9.30 bis 12.30 Uhr oder mit Terminvereinbarung per E-Mail an fischsuppe@boeblingen.de besichtigen. Auf www.kunstvereinbb.de/fischsuppe-essen bzw. www.boeblingen.de ist außerdem der Online-Katalog verfügbar und ein virtueller Rundgang möglich.

H.P. Schlotter - Zwei auf Abstand
0491_Brigitte Staub_Alles F(r)isch

Unterstützen Sie die Aktion!

Das Ziel, alle Bilder zu verkaufen, ist ambitioniert, daher appelliere ich Sie:
Machen Sie mit, denn Sie helfen gleich doppelt. Der Erlös geht zu 50 Prozent an die Künstler/-innen, die anderen 50 Prozent fließen als Spende in den Erlös des Aschermittwoch-Fischsuppenessens für karitative Zwecke. So kommt Ihr Beitrag garantiert an den richtigen Stellen an. Freuen wir uns gemeinsam, dass mit der Öffnung der Galerien und Museen ein Stück Böblinger Identität und Normalität zurückkehren.

Ihr

Dr. Stefan Belz

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