Lärmminderung an der Schießanlage Murkenbach: „Wir sind trotz Verzögerung so weit wie nie zuvor“

Im Juni fand ein Termin zu den Lärmminderungs-Maßnahmen für die Schießanlage Murkenbach mit allen Verantwortlichen statt, um den aktuellen Stand des Projekts und das weitere Vorgehen zu besprechen. Teilgenommen haben Vertreter der U.S. Army Garrison Stuttgart und der militärischen US-Bauverwaltung Wiesbaden, der Stadt Böblingen und des Bundesbaus Baden-Württemberg, Staatliches Hochbauamt Stuttgart.

Der Kommandeur der U.S. Army Garrison Stuttgart, Colonel Jason W. Condrey, und Böblingens Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz bekräftigen:
„Wir arbeiten gemeinsam unter Hochdruck daran, dass die Lärmschutzmaßnahmen auf den Schießbahnen 4 und 5 so schnell, wie es geht, umgesetzt werden. Es ist ein komplexes und einmaliges Projekt, das allen viel abverlangt. Trotz Verzögerungen geht es vorwärts, und wir sind so weit wie nie zuvor!“
 
Aktueller Zeitplan
 
Das Staatliche Hochbauamt ist mit der Durchführung der Maßnahme beauftragt. Es hat den aktualisierten Zeitplan vorgestellt: Die abgestimmten Planungen werden im November 2020 abgeschlossen, sodass die Bauleistungen im Dezember 2020 ausgeschrieben werden können. Der Baubeginn ist für Frühjahr 2021 vorgesehen, die Arbeiten werden rund 12 Monate in Anspruch nehmen.
Während der Arbeiten wird auf den betroffenen Bahnen 4 und 5 kein Schießbetrieb stattfinden. Das Training, das normalerweise auf den Schießanlagen 4 und 5 durchgeführt wird, wird in erster Linie auf die Schießanlagen 1-3 verlegt und dort durchgeführt, alternativ dazu auch auf dem Trainingsgelände in Baumholder und in einigen Fällen auf dem Trainingsgelände in Grafenwöhr.
 
Armin Weber, Leiter des Staatlichen Hochbauamts Stuttgart, erläutert: „Grund für die bisherigen Verschiebungen sind längere Planungen und umfangreichere Abstimmungen bzw. Freigaben zwischen deutscher und US-Seite als erwartet wie auch die Einschränkungen durch das Corona-Virus seit Mitte März.“
Weitere Faktoren, die möglicherweise Einfluss auf Baubeginn und -ablauf nehmen können: Entwicklung der Baukosten, Verfügbarkeit von Bauunternehmen und Material zum Zeitpunkt von Ausschreibung und Bauzeit, Wetterbedingungen während der Bauzeit.
 
„Das macht uns alles andere als zufrieden. Wir müssen aber damit zusammen bestmöglich umgehen, wie bei anderen Bauprojekten auch. Wir wissen, dass das die Geduld der Betroffenen weiter auf die Probe stellt. Aber ich bin überzeugt: Alle Beteiligten betreiben den größtmöglichen Aufwand, um dieses umfassende Projekt so schnell wie irgend möglich zu realisieren. Die Zielgerade ist in Sicht“, so Bürgermeisterin Christine Kraayvanger.
 
Positiv berichtete das Hochbauamt: Der vom Gemeinderat 2018 beschlossene Kostenanteil der Stadt Böblingen von maximal 300.000 Euro für lärmmindernde Türen lässt sich nach aktuellen Berechnungen gut halten. „Das ist eine sehr erfreuliche Nachricht und spricht für eine realistische Kostenschätzung“, so OB Dr. Stefan Belz.
Die weiteren benötigten Finanzmittel für die Maßnahmen zur Lärmreduzierung werden von der U.S. Army übernommen.
 
Einigkeit und gemeinsames Ziel
 
Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz:
„Alle sind fokussiert auf das gemeinsame Ziel. Wir brauchen Verbindlichkeit zum Projekt unter den Beteiligten. Verbindlichkeit schafft Verbindung, Verbindung schafft Vertrauen. Wir sind so nah dran wie nie zuvor, die Situation für die Betroffenen zu verbessern. Selbst wenn von den letzten Schritten, die wir gehen müssen, ein paar vielleicht länger werden sollten: Die Maßnahmen zur Lärmreduzierung kommen! Deshalb habe ich mich auch persönlich dafür eingesetzt, die Projektbesprechungen künftig enger zu takten.“
 
Colonel Jason W. Condrey:
„Auch wenn noch Dinge zu koordinieren und abzustimmen sind, z.B. mit Blick auf die Schießtrainings während der Bauzeit – wir machen Tag für Tag Fortschritte durch die gemeinsamen hohen Anstrengungen. Alle sind konstruktiv und offen bei der Sache. Genau so werden wir die vor uns liegenden Aufgaben lösen und das Projekt zum erfolgreichen Abschluss bringen.“

Treffen mit Anwohner-Vertretern
 
Anfang Juli trafen sich U.S. Army, Stadtverwaltung und Hochbauamt im Zuge der Erkenntnisse der Projektbesprechung außerdem mit Vertretern der Betroffenen (Nachbarschaft Rauher Kapf und Tannenberg), um diese über den aktuellen Stand zu informieren.
 
„Uns ging es darum, Verständnis und Wertschätzung auszudrücken, den komplexen Prozess für die Betroffenen transparent zu machen und direkt um Verständnis für den weiteren Weg zu werben“, erläutern Col. Condrey und OB Dr. Belz.
 
Weiteres Vorgehen
 
Künftig werden die Projektbesprechungen in kürzeren Abständen stattfinden, d.h. bis zum Baubeginn kommen alle Beteiligten einmal im Quartal zusammen, um den Prozess sehr eng zu begleiten und gut voranzukommen.
 
Ende November / Anfang Dezember, wenn die abgestimmte Ausführungsplanung steht, wird sich die sogenannte „AG Schießlärm“ treffen.
Teilnehmer sind die Mitglieder der Projektgruppe, die Immissionsschutzstelle der Bundeswehr, Vertreter der betroffenen Nachbarschaft sowie die Bundestagsabgeordneten Marc Biadacz und Florian Toncar. Beide haben den Prozess zur Lärmminderung auch durch ihre Kontakte zur Bundesregierung maßgeblich mitgestaltet und unterstützt.

Weitere Informationen

Kontakt

Fabian Strauch

Referat Oberbürgermeister

Telefon (0 70 31) 669-12 58
Gebäude: Altes Rathaus
Raum: 210
Aufgaben:

Pressesprecher, Sachbearbeitung