Smart Parking in Böblingen: Befragung im Erprobungsgebiet Diezenhalde

Smart Parking bezieht sich auf die Nutzung digitaler Technologien zur Verbesserung der Parkraumsuche für Bürgerinnen und Bürger. Über smarte Service soll es erleichtert werden, freie Parkplätze zu finden. Entsprechende Lösungen sind auch für Anwohnerinnen und Anwohner in dicht besiedelten Wohngebieten relevant und sollen deshalb erstmalig im Böblinger Wohngebiet Diezenhalde getestet werden.

Auf Grund der dichten Besiedlung und dem begrenzten Angebot an Parkräumen ist es in vielen Städten schwierig, im Umfeld der eigenen Wohnung einen freien Parkplatz zu finden. Dies soll durch Smart Parking erleichtert werden. Eine Befragung der Bürgerschaft erhebt dazu bis zum 3. Oktober 2021 Wahrnehmungen zur Parkplatzproblematik und Einstellungen zu Smart Parking-Lösungen.
 
Vorteile und Funktionsweise von Smart Parking
 
Die Vorteile von Smart Parking-Lösungen schlagen sich in verschiedenen Faktoren nieder: Zum einen entstehen Vorteile für die Bürgerschaft. Freie Parkräume werden einfacher und schneller gefunden. Dies führt zu einer Zeiteinsparung in Form einer reduzierten Fahrdauer im eigenen Fahrzeug. Eine deutliche Zeit- und Energieeinsparung ist die Folge. Soweit sich diese Effekte häufen, haben Smart Parking-Lösungen einen Effekt auf die Belastung mit Feinstaub und CO<sub>2</sub> in Wohngebieten und führen allgemein zu einer Entlastung der Verkehrssituation.
 
Aus technischer Sicht basieren Smart Parking-Lösungen auf Sensoren zur Parkraumüberwachung. Dabei werden freie Parkräume beispielsweise durch Boden- oder Deckensensoren (Radar, Magnet) sowie durch optische Sensoren (Kameras) überwacht. Die Daten zu einzelnen Parkräumen (frei, belegt) werden durch Netzwerktechnologien an eine Datenbank übermittelt. Aus der Datenbank lassen sich lokale Leitsysteme (LEDs) oder mobile Apps mit Parkraumdaten versorgen.
 
Böblingen startet Pilotbetrieb
 
In der Stadt Böblingen ist der Pilotbetrieb einer Smart Parking-Lösung im Wohngebiet Diezenhalde geplant. Aus Rückmeldungen der Anwohnerinnen und Anwohnern ist bekannt, dass im Wohngebiet Diezenhalde Probleme in Bezug auf verfügbaren Parkraum beim Anwohnerparken vorliegen.
 
Das geplante Pilotprojekt umfasst die Anbringung optischer Sensoren (Kameras) an Laternen im Wohngebiet. Der Vorteil dieser Lösung liegt darin, dass die Sensoren über Strom aus den Laternen versorgt werden können. Außerdem lassen sich durch einen einzigen Sensor mehrere Parkräume parallel überwachen. Die Sensordaten werden lokal direkt in der Kamera verarbeitet. Daher werden keine Bilddaten – zum Beispiel Aufnahmen von Autos, Personen oder KFZ-Schildern – weitergeleitet. Der Sensor leitet nur den Zustand des Parkraums an eine zentrale Datenbank weiter. Aus den gesammelten Daten werden LEDs mit Informationen versorgt, die Parkplatzsuchende durch rote und grüne Pfeile auf freien Parkraum hinweisen. Darüber hinaus wird eine mobile App aus den Daten gespeist. Das Projekt wird durch die Hochschule Reutlingen (Herman Hollerith Zentrum Böblingen), den Landkreis und die Stadt Böblingen, MHP – A Porsche Company und die Digitale Heimat unterstützt.
 
Böblingens Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz betont: „Der Parkdruck in vielen unserer Wohngebiete ist hoch. Das Smart Parking-Projekt soll dabei helfen, den Parksuchverkehr zu reduzieren und damit weniger Luftschadstoff-Emissionen zu verursachen, und gleichzeitig Ärger und Frust bei der Parkplatzsuche zu minimieren.“
 
Befragung im Wohngebiet Diezenhalde
 
Um das Ausmaß der Problemlage im Stadtteil Diezenhalde zu erfassen, ist vorab eine Befragung der Bürgerinnen und Bürger im Wohngebiet durch das Herman Hollerith Zentrum geplant. Darüber hinaus werden durch die Befragung interessierte Personen als Testnutzer in den Probebetrieb eingebunden. Bei der Befragung geht es vor allem um die Wahrnehmung zu möglichen Problemen bei der Findung von Parkraum, den Parkraumsuchverkehr und die grundsätzliche Einstellung zur Smart Parking-Lösungen.
 
Bürgerinnen und Bürger mit Wohnsitz im Stadtteil Diezenhalde können über folgenden Link an der Befragung teilnehmen. Der Fragebogen ist bis Sonntag, 3. Oktober 2021, verfügbar: https://www.hhz.de/smart-parking/

(Erstellt am 13. September 2021)

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Fabian Strauch

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