Städtebaulicher Wettbewerb zum IBM-Areal: Preisgericht kürt Sieger-Entwurf

Durch die Aufgabe des Forschungs- und Entwicklungslabors der IBM an der südlichen Gemarkungsgrenze von Böblingen eröffnen sich hier wertvolle Potentiale für eine innovative Stadtentwicklung. Ziel ist es, den gesamten Stadtteil Rauher Kapf zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. Die Eigentümerin der Flächen, die Greenpark Böblingen GmbH, hat dazu in Zusammenarbeit mit der Stadt Böblingen einen städtebaulichen Planungswettbewerb ausgelobt. Ziel beim Wettbewerb war es, über kreative Ansätze unterschiedlichste und innovative Lösungsmöglichkeiten geliefert zu bekommen.
 
Das Preisgericht hatte zunächst am 24. Mai 2022 getagt. Als Sieger*innen bestimmt wurde damals eine gleichrangige Preisgruppe von drei teilnehmenden Planungsteams, die zugleich mit der Weiterentwicklung ihrer Planungen beauftragt wurden.
In einer zweiten Sitzung des Preisgerichts am 18. Juli 2022 haben diese drei Planungsteams ihre fortentwickelten Entwürfe vorgestellt, aus denen nun ein Entwurf zur Umsetzung ausgewählt wurde.

Als Sieger ging das Planungsteam deffner voitländer architekten stadtplaner bda, Dachau / studio B Landschaftsarchitektur, München, hervor.
 
Voraussichtlich im September 2022 werden die Ergebnisse des Wettbewerbs der Bürgerschaft in einer Informationsveranstaltung auf dem Rauhen Kapf vorgestellt und erläutert. Es besteht die Möglichkeit zum Austausch und für Anregungen durch die Bürgerschaft vor Ort.
 
Stimmen aus dem Preisgericht
 
Prof. Dr.-Ing. Barbara Engel, Vorsitzende des Preisgerichts (KIT – Karlsruhe Institute of Technology, Chair for International Urban Planning and Design):
„Die Überarbeitungen brachten wertvolle Erkenntnisse bezüglich verträglicher baulicher Ausnutzung, Erschließung und Adressbildung. Für den ersten Preis und damit als Grundlage für die weitere Planung haben wir den Entwurf von deffner voitländer architekten stadtplaner bda, Dachau / studio B Landschaftsarchitektur, München, ausgewählt.
Mit der präzisen Setzung öffentlicher Räume von ganz unterschiedlichen Qualitäten und passender Maßstäblichkeit von Baufeldern und Baukörpern ist es ein stadträumlich überzeugendes wie gleichzeitig sehr flexibles Konzept – dies ist insbesondere vor dem Hintergrund unsicherer Zukünfte und langer Entwicklungshorizonte von hohem Wert. Der Entwurf mit einer vergleichsweisen hohen Dichte zeigt einen verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Boden, und dass am Rauhen Kapf ein urbaner Ort mit attraktiven Nachbarschaften entstehen kann.“
 
Norbert Ketterer, Verwaltungsratsvorsitzender der Nokera AG:
„Ich freue mich, dass es mit der heute gekürten Sieger-Arbeit gelungen ist, einen attraktiven Beitrag zur erfolgreichen Umnutzung des IBM-Areals zu erhalten. Mir ist dieses Projekt auch deswegen so wichtig, weil mein Vater dort über 40 Jahre seines Lebens gearbeitet hat. Er freut sich trotz seines stolzen Alters sehr, schon bald das neue Quartier entstehen zu sehen.“
 
Christian Ruhdorfer, Geschäftsführer Greenpark Böblingen GmbH:
„Die Überarbeitung der Entwürfe hat die Stärken der jeweiligen Arbeiten noch klarer hervorgebracht. Der nun prämierte Entwurf hat unter Beibehaltung der städtebaulichen Strukturen aus der ersten Runde des Wettbewerbs einen stadträumlich überzeugenden Beitrag geliefert. Er kann auch notwendige oder sich im Laufe der vertieften Durcharbeitung ergebende Veränderungen problemlos bewältigen. Damit können wir als Auslober mehr als zufrieden sein.“
 
Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz:
„Es war sehr spannend, drei überarbeitete Entwürfe ausgiebig diskutieren zu können. Der Sieger-Entwurf zeigt die besten Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung auf dem IBM-Areal. Das wird ein richtig starkes neues Quartier für Böblingen.“
 
Bürgermeisterin Christine Kraayvanger:
„Ich freue mich, dass wir innerhalb eines hochkarätig besetzten Wettbewerbs-Verfahrens in der Überarbeitung drei sehr gute Lösungen für unsere anspruchsvolle Aufgabe zur Auswahl hatten. Es ist nicht selbstverständlich, mit Investoren bzw. Eigentümern in einer solch konstruktiven und vertrauensvollen Zusammenarbeit derartige Projekte anzugehen. Ich bin von der städtebaulichen Qualität des Sieger-Entwurfs überzeugt. Zentrale Merkmale sind neben einer ausdifferenzierten, durchdachten und räumlich gut proportionierten Gestaltung seine Robustheit und flexible Entwicklungsfähigkeit. Dies macht es möglich, auf sich verändernde Marktsituationen und Rahmenbedingungen angemessen einzugehen.“

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