Alle Jahre wieder: ein Bild von Reinhold Nägele für die Kunstsammlung Böblingen

Ein höchst beeindruckendes Gemälde mit dem Titel „Die Ankunft“ des Malers Reinhold Nägele – es ist für die Ergänzung der Böblinger Sammlung wichtig – wurde dieses Jahr auf einer Auktion angeboten. Zuvor war es seit seiner Entstehung in privatem Besitz. Der Böblinger Galerieverein mit den Vorsitzenden Heidrun Behm und Ernst Krohmer konnte als Förder- und Freundeskreis der Städtischen Galerie dank eines sehr großzügigen Zuschusses der Böblinger Baugesellschaft (BBG) das Bild erwerben. Galerie und Galerieverein danken stellvertretend dem BBG-Geschäftsführer Rainer Ganske ganz herzlich für dieses Sponsoring.

Die kommende Sonderausstellung in der Städtischen Galerie wird heißen: „Böblinger Bilderbogen 1900 bis 1950. Vergangenheit in Farbe: Mit den Zeitzeugen Reinhold Nägele und Fritz Steisslinger auf Streifzügen durch unsere Stadt – eine Spurensuche in Schlaglichtern“. Sie wird in Kooperation mit dem Böblinger Stadtarchiv sowie dem Amt für Stadtentwicklung und Städtebau ausgerichtet. Die Vorbereitungen für die aufwendige Ausstellung laufen bereits. Darin wird das zu Spekulationen verleitende Bild erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt. Außerdem werden in Form von kunstvoll gemalten Highlights vormals „unterbelichtete“ Kapitel der Stadtgeschichte beleuchtet und damit teilweise erstmalig thematisiert.
 
2022 eine Doppelausstellung
 
Fritz Steisslinger hat sich in den beginnenden 1920er-Jahren mit seiner selbst entworfenen Villa am Tannenberg niedergelassen, hier gearbeitet und gelebt.
 
Reinhold Nägele war 1916 als Soldat auf dem heutigen Flugfeld in Böblingen stationiert und hat in seinen Bildern das vergangene Böblingen der 1910er-Jahre dokumentiert. In den 1940er-Jahren musste er aufgrund seiner jüdischen Ehefrau nach Amerika emigrieren.
 
Von den beiden regional verorteten, aber deutschlandweit bekannten Malern werden eine Fülle an Stadtansichten aus einem halben Jahrhundert, d.h. von verlorenen wie existierenden Wahrzeichen der Stadt im Wandel vor, zwischen und nach den zwei Weltkriegen, sowie Szenen des Böblinger Alltaglebens zu sehen sein.
 
Fritz Steisslingers Malerfreund Reinhold Nägele, der 1923 Mitbegründer der progressiven Künstlergruppe „Stuttgarter Sezession“ war, ist einer der hochgeschätzten Stars der modernen Kunst des 20. Jahrhunderts und von öffentlichen Museen wie privaten Sammlern begehrt.
„Für die Böblinger Sammlung ist es daher sehr bedeutsam, dass es uns gelungen ist, seit 2013 jährlich – sei es über Schenkungen, Dauerleihgaben oder Ankäufe – ein Werk des Künstlers aus seiner „Böblinger Zeit“ zu gewinnen. Damit konnten wir den ursprünglichen Bestand mittlerweile nahezu verdoppeln“, freuen sich Galerie-Leiterin Corinna Steimel und die beiden Vorsitzenden des Galerievereins, Heidrun Behm und Ernst Krohmer.
 
„Die Ankunft“ – ein Schlüsselwerk
 
Das erworbene Bild ist ein Schlüsselwerk in der begehrten, sogenannten Serie der „Böblinger Bilder“. Die BBG hat durch ihr Sponsoring die Patenschaft für „Die Ankunft“ übernommen und wird auch mit der Städtischen Galerie im Rahmen des vielfältigen Begleitprogrammes dieser kommenden Sonderausstellung eng zusammenarbeiten.
 
Rainer Ganske, BBG-Geschäftsführer: „Zurzeit ändert sich das Erscheinungsbild von Böblingen rasant – auch wir als BBG tragen unseren Teil dazu bei. Zugleich ist es unser Bestreben, die Historie der Stadt in Ehren zu halten. Deshalb freuen wir uns, die Städtische Galerie zu unterstützen und einen Beitrag leisten zu können, die Geschichte Böblingens für die breite Öffentlichkeit erlebbar zu machen. Die BBG fördert regelmäßig die Kultur, den Sport und auch soziale Projekte in Böblingen – wie auch diese Bildpatenschaft verdeutlicht.“
 
 
Beigefügte Bilder:
Bei der Bildübergabe v. l. n. r.: Ernst Krohmer, Corinna Steimel, Rainer Ganske und Heidrun Behm. In der Mitte das Gemälde.
Quelle: Böblinger Baugesellschaft Reinhold Nägele, „Die Ankunft“ (1916).
Foto: Yves Siebers Auktionen, Stuttgart

Bildübergabe BBG November 21
(Erstellt am 22. Dezember 2021)

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