Klimaanpassungskonzept

Der Gemeinderat hat in der Sitzung vom 20.11.2019 das Klimaanpassungskonzept für die Stadt Böblingen beschlossen. Das Konzept wurde vom Fachbüro faktorgruen erarbeitet. Im weiteren Verlauf wird die Stadtverwaltung eine Handlungsstrategie aus dem Klimaanpassungskonzept erarbeiten, wie die Maßnahmen aus dem Klimaanpassungskonzept konkret umzusetzen sind.
Durch den Klimawandel sind bereits heute besonders Städte von den Auswirkungen betroffen. In Zukunft wird es vermehrt Hitzephasen, ausgeprägte Trockenperioden und häufigere Starkniederschläge geben. Maßnahmen der Klimaanpassung - nicht zu verwechseln mit Klimaschutzmaßnahmen - beschäftigen sich damit, die Stadt Böblingen gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels widerstandsfähiger zu machen. Wie können gesundheitliche Beeinträchtigungen für die Bürger vermieden werden? Was muss unternommen werden, um Kinder- und Senioren vor den auftretenden Wärmebelastungen zu schützen? Wie kann das Lebens- und Arbeitsumfeld angenehmer gestaltet werden? Dies könnte bspw. durch das gezielte Pflanzen von schattenspendenden Bäumen, dem Anbringen von Dach- oder Fassadenbegrünungen und Sonnensegeln oder dem Aufstellen von Springbrunnen, geschehen.
Das Konzept zeigt auf, wo im Stadtgebiet besonders sensible Bereiche auftreten und welche klimaangepassten Maßnahmen die Stadtplanung umsetzen kann. Ergänzend zu den Maßnahmen im Bereich Klimaanpassung müssen zur Bewältigung des Klimawandels aber auch klimaschützende Maßnahmen aus dem Integrierten Klimaschutzkonzept der Stadt Böblingen durchgeführt werden.

Das Klimaanpassungskonzept der Stadt Böblingen können Sie hier (9,086 MiB) herunterladen.
Beispielhaft sind die Maßnahmen im Gesamtplan (8,803 MiB) dargestellt.

Stuttgarter Straße: Hohe Wärmebelastung und keine Aufenthaltsqualität (Bildnachweis: faktorgruen)
Stuttgarter Straße (Gestaltungsvorschlag für klimaangepassten Straßenraum (Bildnachweis: faktorgruen)

Derzeit werden die Maßnahmen aus dem Klimaanpassungskonzept für die Umsetzung vorbereitet.


Forschungsprojekt: „Lokale Kompetenzentwicklung zur Klimawandelanpassung in kleinen und mittleren Kommunen und Landkreisen“ (LoKlim)

Der Klimawandel mit häufiger und intensiver auftretenden Hitzewellen verschärft die bereits bestehende Wärmebelastung, auch in der Stadt Böblingen. Dies hat Einfluss auf das Stadtklima.
 
Die höheren Temperaturen und die prognostizierten niederschlagsärmeren Sommer werden verschiedene Auswirkungen haben: z.B. Dürren bzw. lange Trockenperioden, Hochwasser, vermehrte Todesfälle aufgrund von Hitze sowie Beeinträchtigung unserer Gewässer und die Lebensräume von Pflanzen und Tieren in Flüssen und Bächen. Lokale und temporäre Trockenheit und damit verbundene Nutzungskonflikte von Wasser können sich verschärfen.
 
Aus diesen Gründen hat die Stadt Böblingen im vergangenen Jahr ein Klimaanpassungskonzept verabschiedet.
Das mehrjährige Forschungsprojekt der Universität Freiburg – „Lokale Kompetenzentwicklung zur Klimawandelanpassung in kleinen und mittleren Kommunen und Landkreisen“ (LoKlim) – soll die Maßnahmen, wie den Schutz und die Entwicklung eines klimaangepassten Baumbestands und die Gestaltung von Freiflächen und Plätzen, wissenschaftlich begleiten und im Austausch mit anderen Kommunen beleuchten.
 
Das auf drei Jahre angelegte Projekt ist am Institut für Umweltsozialwissenschaften und Geographie der Universität Freiburg angesiedelt und wurde bei einem Planungsworkshop gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus der Praxis entwickelt. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit fördert es im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) mit insgesamt knapp 300.000 Euro.
 
Eine vorausschauende Anpassung an zukünftige klimatische Bedingungen könnte langfristig außerdem dazu beitragen, Kosten zu senken, etwa beim Straßenbau oder bei der Wasser- und Entsorgungsinfrastruktur. Da Klimaanpassung als ressortübergreifende Aufgabe viele unterschiedliche Abteilungen in Kommunalverwaltungen betrifft, müssen Abläufe gut aufeinander abgestimmt sein und verschiedenste Aspekte im Blick behalten.
 
Ziel ist es daher, gemeinsam mit dem Freiburger Forschungsteam und den kommunalen Partnern Maßnahmen und Strategien zu entwickeln, die landes- und bundesweiten Modellcharakter für andere Städte und Landkreise haben könnten, und diese Prozesse wissenschaftlich zu begleiten.
 
Neben der Stadt Böblingen wollen fünf weitere Kommunen dieser Herausforderung aktiv begegnen: Die Städte Bad Krozingen und Kehl sowie der Landkreis Böblingen, der Bodenseekreis und der Enzkreis beteiligen sich in Vor-Ort-Workshops ganz praktisch am Projekt.
Darüber hinaus unterstützen sieben weitere Städte das Vorhaben als Netzwerkpartner: Emmendingen, Freiburg, Lahr, Mannheim, Offenburg, Rastatt und Waiblingen. Bei der Kickoff-Veranstaltung, die am 15. Juli 2020 in Form einer Videokonferenz stattfand, lernten sich erstmals alle Beteiligten persönlich kennen.

Das Forschungsprojekt hat eine Laufzeit von 01.01.2020 - 31.12.2022.

Unter https://lokale-klimaanpassung.de/ gelangen Sie zur Webseite des Forschungsprojekts.