Abpflastern! Gemeinsam machen wir Böblingen grüner.

Offene Böden, mehr Grün und neue Lebensräume helfen unserer Stadt, kühler, lebenswerter und natürlicher zu werden. Durch Entsiegelung schaffen wir Platz für Pflanzen, die Verdunstung ermöglichen, Regenwasser aufnehmen und neuen Schatten spenden. So verbessern wir Schritt für Schritt die Klimaanpassung und das Stadtklima für uns alle. Wir laden alle Böblinger*innenBürger*innen, Unternehmen, Vereine, Initiativen und weitere Akteur*innen – ein, gemeinsam mit uns Flächen zu entsiegeln, zu begrünen und Raum für Natur, Wasser und Vielfalt zu schaffen. Der Wettbewerb läuft vom 21.03. bis zum 31.10.

Machen Sie mit – für ein grünes und lebenswertes Böblingen!

Themenübersicht

Abpflasternlogo

Was ist Abpflastern?

Überblicksposter Abpflastern
© Abpflastern Wettbewerb - hochschule für gesellschaftsgestaltung Koblenz

Abpflastern bedeutet, Pflastersteine und andere harte Beläge zu entfernen, um Flächen zu öffnen und wieder für Natur, Wasser und Begrünung nutzbar zu machen. Dadurch kann Regen versickern, Pflanzen finden Raum zum Wachsen und die Umgebung wird klima- und lebensfreundlicher. Dieses praktische Entsiegeln ist der Kern der Aktion.
Der gleichnamige Wettbewerb ist eine bundesweite Mitmachaktion, bei der Bürger*innen, Kommunen, Nachbarschaften, Vereine und Unternehmen entsiegelte Quadratmeter sammeln. So soll spielerisch und gemeinschaftlich gezeigt werden, welchen Unterschied viele kleine Maßnahmen machen können.
Die Idee stammt aus den Niederlanden: Dort startete 2020 das „Tegelwippen“, bei dem Städte und Nachbarschaften um entsiegelte Flächen wetteifern. Inspiriert davon haben Studierende der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung in Koblenz das Konzept für Deutschland weiterentwickelt und 2025 erstmals den Wettbewerb „Abpflastern“ organisiert, der auch 2026 zahlreiche Städte motiviert, Flächen aufzubrechen und damit aktiv etwas für Klimaanpassung, Artenvielfalt und Lebensqualität zu tun.

Wie schützt uns Entsiegelung gegen Hitze und Starkregen?

Versiegelung in Böblingen

Die Versiegelungskarte im Klimaanpassungskonzept der Stadt Böblingen (Stand 2019) zeigt, wie stark die Böden im Stadtgebiet durch Gebäude, Straßen oder andere befestigte Flächen überdeckt sind. Grundlage ist eine Auswertung im 100‑Meter‑Raster, bei der der Versiegelungsgrad jeder Rasterzelle in Prozentklassen von 0–20 % (sehr gering) bis 81–100 % (sehr hoch) dargestellt wird.

Eine hohe Versiegelung trägt zur Aufheizung des Stadtgebiets bei, da versiegelte Flächen Wärme speichern und kaum Verdunstungskühle zulassen. Die Karte hilft Verwaltung, Politik und Bürger*innen dabei, Bereiche mit besonders hohem Versiegelungsgrad zu erkennen und Potenziale für Entsiegelung und Begrünung sichtbar zu machen – dort, wo natürliche Bodenfunktionen wie Wasserversickerung und Abkühlung eingeschränkt sind.

Versiegelungskarte Böblingen
© Böblinger Klimaanpassungskonzept - Bestandskarte Versiegelungsgrad

Starkregenvorsorge und Schwammstadt durch Entsiegelung

Mit dem Klimawandel nehmen Starkregen und Hitzeperioden zu. Viele Städte verfügen jedoch über zu wenige offene Böden, in denen Wasser versickern kann, und zu wenig kühlende Grünflächen. Das erhöht das Risiko von Überflutungen und gesundheitlichen Belastungen durch Hitze. Durch Abpflastern entstehen genau jene offenen Flächen, die eine Schwammstadt benötigt, um Regenwasser aufzunehmen, zu speichern und das Stadtklima zu entlasten.

Die Starkregengefahrenkarten der Stadtentwässerung Böblingen zeigen, welche Bereiche bei starken Regenereignissen überflutet werden könnten und wie tief das Wasser dort stehen kann. Sie basieren auf drei Modell­szenarien – von seltenen bis zu extremen Starkregenfällen – und machen sichtbar, wo sich Regenwasser sammelt und welche Grundstücke besonders gefährdet sind. Eine detaillierte Darstellung finden Sie im SEBB‑Geoportal, wo auch die Überflutungstiefen für Ihr eigenes Grundstück einsehbar sind.

Starkregengefahrenkarte der Stadtentwässerung Böblingen
© Starkregen Gefahrenkarte der Stadtentwässerung Böblingen

Thermische Entlastung durch entsiegelte Stadtflächen

Mit dem Klimawandel nehmen Hitzeperioden und tropische Nächte weiter zu. Versiegelte Flächen heizen sich stark auf, während kühlende Grünflächen, Schatten und unversiegelte Böden vielerorts fehlen. Das erhöht die Belastung für Menschen und Gebäude deutlich. Entsiegelung schafft offene, durchlässige Flächen, die Feuchtigkeit speichern und als Verdunstungskühle wieder abgeben. Ergänzende Begrünung sorgt für Schatten und senkt die Umgebungstemperatur – so lassen sich Wärmeinseln reduzieren und die Aufenthaltsqualität verbessern.

Die Analysekarte zur thermischen Belastung im Klimaanpassungskonzept der Stadt Böblingen zeigt, welche Bereiche tagsüber besonders stark von sommerlicher Wärme betroffen sind. Grundlage ist die physiologisch äquivalente Temperatur (PET), ein Index, der die gefühlte Temperatur anhand von Faktoren wie Lufttemperatur, Strahlung, Wind und Luftfeuchte abbildet und so die tatsächliche Belastung für den menschlichen Körper beschreibt.

Übersichtskarte Thermische Belastung in Böblingen
© Böblinger Klimaanpassungskonzept - Analysekarte Thermische Belastung 

Welche Flächen sind geeignet?

Grundsätzlich können beim Abpflaster‑Wettbewerb sowohl private als auch öffentliche Flächen entsiegelt werden. Für öffentliche Bereiche ist jedoch ausschließlich die Stadt Böblingen zuständig – sie entscheidet, wo und in welchem Umfang dort entsiegelt wird. Für Bürger*innen, Vereine, Unternehmen und Initiativen bietet der Wettbewerb die Möglichkeit, mit privaten Flächen aktiv teilzunehmen. Bitte beachten Sie: Ob eine private Fläche entsiegelt werden darf, entscheiden immer die jeweiligen Eigentümer*innen.

Beim Abpflastern können Sie die privaten Flächen eintragen, die Sie von Pflaster oder anderen Versiegelungen befreit haben – und so sichtbar machen, wo der Boden wieder wirken, Wasser speichern und sich erholen kann. Voraussetzung ist stets die Zustimmung der Eigentümer*innen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Abpflastern

Mit wenigen Schritten können auch kleine Flächen entsiegelt und wieder begrünt werden – und genau dabei unterstützt Sie unsere Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung zum Wettbewerb „Abpflastern“. Sie zeigt leicht verständlich, wie Sie selbst einen Beitrag für ein kühleres und grüneres Böblingen leisten können.

Tipp: Baumaschinen wie Presslufthammer, Kompressor, Elektrostemmhammer oder Gartenhacke können in Baumärkten oder Mietgeräte‑Services ausgeliehen werden.

Pflanztipps der NABU Baden‑Württemberg: Nach einer Entsiegelung eignen sich heimische Wildpflanzen und eine naturnahe Gestaltung gut, um Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Der NABU Baden‑Württemberg stellt auf seiner Website hilfreiche Informationen zur ökologischen Gartengestaltung sowie zwei Pflanzlisten mit geeigneten Wildstauden und Gehölzen bereit.

Entsorgungshinweis:  Beim Abpflastern anfallendes Material (z. B. Pflastersteine, Betonreste) kann in haushaltsüblichen Mengen beim Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Böblingen entsorgt werden:

Wie können Sie beim Abpflastern Wettbewerb mitmachen?

  1. Machen Sie ein Foto von der Fläche, bevor Sie sie abpflastern.
  2. Pflastern Sie die Fläche ab.
  3. Machen Sie anschließend ein Foto der abgepflasterten Fläche und messen Sie deren Größe.
  4. Melden Sie Ihr Projekt nach der Fertigstellung über das „Fläche eintragen“-Formular.
  5. Wiederholen Sie diesen Ablauf so oft Sie möchten – bis Ihre Kommune an der Spitze ihrer Liga steht.

Entsiegelte Flächen in Böblingen: Rückblick und Ausblick

Böblingen macht’s vor: Gemeinsam schaffen wir mehr Raum für Natur, Wasser und ein besseres Stadtklima.

Nicht nur Bürger*innen, Unternehmen und Initiativen beteiligen sich aktiv am Wettbewerb zur Entsiegelung: Auch die Stadtverwaltung trägt ihren Teil dazu bei und setzt kontinuierlich eigene Entsiegelungsprojekte um. Zusätzlich wurden in den vergangenen Jahren im Rahmen des Klimaanpassungskonzepts bereits zahlreiche Flächen entsiegelt, begrünt und für natürliche Prozesse zurückgewonnen.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen transparent, welche Bereiche in Böblingen bereits entsiegelt wurden – sowohl aktuelle Wettbewerbsbeiträge als auch frühere Maßnahmen der Stadt. Jede entsiegelte Fläche hilft dabei, Hitze zu reduzieren, Regenwasser besser aufzunehmen und mehr Lebensraum für Pflanzen und Tiere zu schaffen. Gemeinsam bringen wir Böblingen Schritt für Schritt auf den Weg zu einer klimaresilienten und lebenswerten Stadt.

Klimaangepasste Umgestaltung Herrenberger Str.
Straßenumbau Herrenberger Straße (umgesetzt) : 
Entsiegelung von Flächen, Reduzierung der Straßenbreite sowie Begrünung des Mittelstreifens mit heimischen Stauden und zusätzlichen Bäumen verbessern Stadtklima und Aufenthaltsqualität.
Klimaangepasste Umgestaltung Herrenberger Str.
Straßenumbau Herrenberger Straße (umgesetzt) : 
Entsiegelung von Flächen, Reduzierung der Straßenbreite sowie Begrünung des Mittelstreifens mit heimischen Stauden und zusätzlichen Bäumen verbessern Stadtklima und Aufenthaltsqualität.
Klimaangepasste Umgestaltung Calwer Str.
Straßenumbau Calwer Straße (aktuell in Umsetzung):
Geplant sind 300 m² Entsiegelung sowie 3.000 m² Umwandlung zu wasserdurchlässigem Pflaster. Nach den Wettbewerbskriterien gilt diese Umwandlung als Teilentsiegelung, sodass nach Abschluss der Maßnahme 1.500 m² in die Wertung einfließen. Seien Sie schon gespannt auf das Bild nach der Maßnahmenumsetzung.
Stabsstelle Klimaschutz und Nachhaltigkeit
Altes Rathaus
71032 Böblingen