Klimaanpassungskonzept

Mit dem Klimaanpassungskonzept hat der Gemeinderat 2020 einen Plan verabschiedet, der aufzeigt, wo im Stadtgebiet besonders sensible Bereiche auftreten und welche Maßnahmen die Stadtplanung umsetzen kann. Als Basis für die Konzeption diente ein Fachgutachten, das die Stadt Böblingen gemeinsam mit dem Planungsbüro Faktorgrün erarbeitet hatte. Die Maßnahmen beinhalten 5 übergeordnete Ziele:

Bahnhofstraße Wasser
Wasserfontänen in der Bahnhofstraße © Benjamin Knoblauch
  • Baumschutz und die Entwicklung von Baumstandorten
  • Minimierung von Versiegelung
  • Klimaangepasste Gestaltung der Bebauung 
  • Hitzeschutz für Bürger*innen, insbesondere Kinder, Schwangere und Senior*innen
  • Schaffung von klimaoptimierten Räumen und Plätzen.

Das Klimaanpassungskonzept orientiert sich auch an den 3 Säulen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Soziales und Ökonomie. Darauf aufbauend wurden 4 Leitlinien formuliert:

  1. Die Klimaanpassung ist Teil einer nachhaltigen, integrierten Stadtentwicklung.
  2. Böblingen passt sich sukzessive an das sich verändernde Klima an. 
  3. Der Siedlungs- und Landschaftsraum in Böblingen hat eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels. 
  4. Böblingen ist auch zukünftig eine lebenswerte Stadt. 

Das Umsetzungskonzept Klimaanpassung und deren Maßnahmen

Der Klimawandel führt auch in Böblingen zunehmend zu heißeren Sommern und häufiger auftretenden Starkregenereignissen, was Gesundheit, Infrastruktur und Stadtklima spürbar beeinflusst. Das Umsetzungskonzept wurde 2020 aufbauend auf dem zugrunde liegenden Gutachterkonzept in ämterübergreifender Zusammenarbeit erarbeitet und vom Gemeinderat beschlossen. Mit dem Umsetzungskonzept Klimaanpassung reagiert die Stadt gezielt auf diese Entwicklungen, um Lebensqualität und Sicherheit langfristig zu sichern. Der überwiegende Teil der 30 geplanten Klimaanpassungsmaßnahmen befindet sich aktuell in der Umsetzung und stellt sicher, dass Böblingen auch zukünftig eine lebenswerte Stadt bleibt. 

Handlungsfeld 1 – Übergreifendes Handlungsfeld: Verwaltung, Beteiligung & Soziale Klimavorsorge

  • Ü1 – Personalstelle für Klimaanpassungsmanagement schaffen
  • Ü2 – Klimaanpassung in Planungsprozesse und Verwaltungshandeln integrieren
  • Ü3 – Informations‑, Beteiligungs‑ und Kooperationsformate etablieren
  • Ü4 – Regionale Kooperationen nutzen
  • B10 – Bonuspass um Klimaanpassungsaktivitäten erweitern

Handlungsfeld 2 – Stadtentwicklung, Bauleitplanung & Öffentlicher Raum

  • A2 – Regeln zur Freihaltung und Vernetzung von Grünräumen
  • A3 – Klimaanpassungsstandards in Bebauungsplänen weiterentwickeln
  • A4 – Plätze und Aufenthaltsräume klimaoptimieren
  • B1 – Versiegelung reduzieren / überdimensionierte Straßenräume zurückbauen
  • B4 – Mehrfachnutzung von Park‑ und Stellplatzflächen
  • IP3 – Pocket‑Park („Kühloase“) im Stadtgebiet umsetzen

Handlungsfeld 3 – Stadtgrün, Biodiversität & Forst

  • A1 – Waldkonzeption auf Klimaanpassung überprüfen
  • A7 – Baumschutz bei Baustellen verbessern
  • A8 – Böblinger Baumstandard entwickeln
  • B2 – Bäume bei Leitungsverlegungen sichern
  • B3 – Kommunikationsstrategie zu Waldnutzung erweitern
  • B5 – Siedlungsränder mit Obstbäumen eingrünen
  • B7 – Pflegestandards in Hitze‑Hotspots erhöhen
  • B8 – Naherholungsnutzung im Waldraum ausweiten
  • B9 – Durchsetzbare Regeln zum Erhalt von Bäumen erarbeiten
  • IP1 – 1.000 neue Bäume bis 2030
  • IP5 – Aufwertung wertvoller Naherholungsgebiete

Handlungsfeld 4 – Gebäude & Liegenschaften (Begrünung & Hitzeschutz)

  • A5 – Untersuchung der Dachbegrünung in Hitzebereichen
  • A6 – Städtische Neubauten/Sanierungen begrünen

Handlungsfeld 5 – Gesundheit & Hitzevorsorge

  • B6 – Kommunalen Hitzeaktionsplan erstellen
  • C1 – Beschattung an Kitas, Schulen & Spielplätzen schaffen
  • C2 – Begrünung & Verschattung an Bushaltestellen
  • IP2 – Klimaangepasster Spielplatz Bunsenstraße (Grünzug Bunsenstraße)
  • IP4 – Mobiles „Grünes Zimmer“

Handlungsfeld 6 – Wasser & Starkregen / Hochwasser (Schwammstadt)

  • C3 – Gesamtkonzept Starkregenrisikomanagement (SRRM)

Neben den Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels müssen auch präventive Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels umgesetzt werden. Weitere Informationen zum Klimaschutz finden Sie hier.

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der Unterlagen zum Klimaanpassungskonzept zum Download:

Böblingens Weg zur Klimaanpassung – Bereits umgesetzte Maßnahmen

Klimaanpassung passiert in Böblingen nicht nur auf dem Papier, sondern bereits sichtbar im Stadtbild. Zahlreiche Projekte wurden in den vergangenen Jahren erfolgreich umgesetzt und tragen dazu bei, die Stadt kühler, grüner und lebenswerter zu machen. Hier zeigen wir exemplarisch, was schon geschafft wurde – und wie Böblingen Schritt für Schritt klimaresilienter wird.

Klimaangepasste Umgestaltung Herrenberger Str.
Klimaangepasste Umgestaltung der Herrenberger Straße
Durch Entsiegelung, eine schmalere Straßenbreite sowie heimische Stauden und neue Bäume wurde die Herrenberger Straße klimaresilient umgestaltet; ergänzt wird dies durch Starkregenvorsorge. Maßnahmen: A4, B1, IP1.
Schulzentrum Stockbrünnele
Schulzentrum Stockbrünnele – Leuchtturmprojekt
Das Schulzentrum Stockbrünnele kombiniert technischen Hitzeschutz durch Jalousien mit Fassaden‑ und Dachbegrünung sowie einer Zisterne und Bewässerung für den alten Baumbestand – ein Vorzeigeprojekt für Klimaresilienz. Maßnahmen: A6, C1.
Mobiles Grünes Zimmer
Mobiles Grünes Zimmer in Böblingen
Im Sommer 2025 zeigte das Mobile Grüne Zimmer an mehreren Standorten, wie mobile Begrünung die Aufenthaltsqualität verbessert. Es sensibilisierte für klimawirksame Gestaltung und diente zugleich der Öffentlichkeitsarbeit. Maßnahme: IP4.
Hitzeschutz auf Spielplatz durch Sonnensegel
Hitzeschutz auf Böblinger Spielplätzen
Auf dem Spielplatz Keilbergstraße sorgt ein Sonnensegel für Verschattung; auf weiteren Plätzen wurden Schattenblumen aus Robinie und massive Sonnenschirme installiert, um Hitze zu reduzieren. Maßnahme: C1.
Wasserfontänen in der Bahnhofstraße
Wasserfontänen in der Bahnhofstraße
Die Wasserfontänen in der Bahnhofstraße sorgen durch natürliche Verdunstungskühlung für spürbare Abkühlung an heißen Tagen und verbessern so die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Maßnahme: A2.