Veranstaltungskalender

Sonntag, 01.11.2026 , 18:00-19:00

Kammerchor Vokalkunst – Suchet der Stadt Bestes


Kammerchor Vokalkunst

Kurzbeschreibung

Am Sonntag, 1. November 2026, ist der Kammerchor Vokalkunst aus Tübingen unter der Leitung von Daniel Radde mit seinem Programm „Suchet der Stadt Bestes“ in der Evangelischen Stadtkirche St. Dionysius in Böblingen zu hören. Ausgehend von Jeremias Aufruf, auch im Exil Verantwortung für das Zusammenleben zu übernehmen, fragt das Ensemble: Was hält eine Stadt menschlich? A-cappella-Werke des 20. und 21. Jahrhunderts von David Lang, Rudolf Mauersberger, Caroline Shaw und anderen erzählen von Krieg, Heimatverlust und Gleichgültigkeit, aber auch von Zuflucht und Solidarität. Ein Konzert über die Verletzlichkeit unserer Gemeinschaft – und die Möglichkeit, sie zu gestalten.


Beschreibung

Suchet der Stadt Bestes

Mitten in der Krise: bauen, pflanzen, lieben. Der Prophet Jeremia richtet diesen Auftrag an Menschen, die ihre Heimat verloren haben und im babylonischen Exil leben. Ausgerechnet dort sollen sie Häuser bauen, Gärten pflanzen, Familien gründen und „der Stadt Bestes“ suchen. Nicht auf bessere Zeiten warten, sondern Verantwortung für die Gegenwart übernehmen.

Was aber ist „der Stadt Bestes“? Der Tübinger Kammerchor Vokalkunst unter der künstlerischen Leitung von Daniel Radde geht dieser Frage mit A-cappella-Werken des 20. und 21. Jahrhunderts nach. Die Stadt wird dabei zum Prüfstein menschlicher Gemeinschaft. David Lang erzählt von einem Kind, das unbeachtet auf der Straße erfriert, und gibt der Klage um sein Schicksal Raum. Bei Rudolf Mauersberger gilt die Klage einer ganzen Stadt: dem biblischen Jerusalem, dem zerstörten Dresden und darüber hinaus jeder Stadt, die dem Krieg zum Opfer fällt. Henrik Dahlgrens Vox in Rama führt schließlich an einen biblischen Ort, an dem Klage, Verschleppung und Heimatverlust zusammentreffen.

Damit stellt sich auch die Frage nach denen, die Gewalt sehen und geschehen lassen. Peter Michael Hamels Wir klagen an erinnert an Auschwitz, Dachau, Hoyerswerda und Rostock und fragt nach Schweigen und Wegsehen. Rolf Lukowsky benennt die Folgen des Krieges und mahnt: „Lasst einen Krieg nicht zu!“

Caroline Shaw setzt diesen Erfahrungen die ausgestreckte Hand der Freiheitsstatue entgegen: ein Versprechen von Aufnahme und Zuflucht. So bleibt Jeremias Auftrag eine Herausforderung an die Gegenwart: Die bessere Stadt ist keine ferne Utopie. Sie beginnt dort, wo Menschen einander nicht gleichgültig sind.

David Lang – come, daughter
Rudolf Mauersberger – Wie liegt die Stadt so wüst
Rolf Lukowsky – Des Krieges Buchstaben
Caroline Shaw – Her Beacon-Hand Beckons
u. a. Werke


Veranstaltungsort

Stadtkirche Böblingen

Stadtkirche Böblingen
Schlossberg 3
71032 Böblingen

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