Eichenprozessionsspinner auch in Böblingen verbreitet
Auch 2026 ist ein verbreitetes Auftreten des Eichenprozessionsspinners festzustellen. Dieser hatte in den vergangenen Jahren immer wieder zu Beeinträchtigungen gesundheitlicher Art bei der Böblinger Bevölkerung geführt. Auch jetzt im Juni ist daher beim Betreten des Stadtwaldes und in der Nähe von Eichen-Vorkommen im Stadtgebiet Vorsicht geboten. Zahlreiche Meldungen aus der Bevölkerung und eigene Beobachtungen der städtischen Abteilung Umwelt und Grünflächen bestätigen, dass es dieses Jahr zu einem massenhaften Auftreten des Eichenprozessionsspinners im Stadtwald Böblingen kommt.
Die Entwicklung des Eichenprozessionsspinners wird dauerhaft von der Forstlichen Versuchsanstalt Baden-Württemberg im südlichen Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald sowie im Stadtgebiet von Freiburg überwacht. Genaue Aussagen zur Entwicklung in Böblingen lassen sich daraus allerdings immer nur bedingt ableiten.
Ergriffene Maßnahmen
Die Stadt Böblingen hatte deshalb, wie bereits in den letzten Jahren, in sensiblen Bereichen (z.B. Waldfriedhof und Rauher Kapf) Behandlungen durchgeführt. Die betroffenen Bäume wurden zu diesem Zweck mit gelbgrünen Punkten versehen. Die Behandlung erfolgte mit einem großen Sprühgerät aus dem Hubsteiger. Das ausgebrachte Mittel ist für den Menschen ungefährlich.
Ein präventiver Einsatz mit einer Besprühung der Eichen im und um das Stadtgebiet per Hubschrauber, wie es in früheren Jahren umgesetzt wurde, kann aufgrund der negativen Auswirkungen auf viele andere Insektenarten nicht mehr durchgeführt werden.
Da eine Beseitigung der Nester im Stadtwald aufgrund der hohen Eichendichte nicht möglich ist, werden Waldbesucher*innen in betroffenen Gebieten durch Hinweisschilder auf das Vorkommen der Raupen aufmerksam gemacht.
Die Nester des Eichenprozessionsspinners werden dabei häufig mit den Netzgeflechten der Gespinstmotte verwechselt. Diese befallen vor allem Traubenkirsche und Pfaffenhütchen und spinnen diese Pflanzen komplett ein, während sie die Blätter kahlfressen. Diese Erscheinung sieht sehr gruselig aus, bedeutet aber keine Gefährdung für den Menschen.
Was für die Bevölkerung zu beachten ist
Einen sicheren Schutz vor den Brennhaaren der Eichenprozessionsspinner gibt es nicht. Das Kreisforstamt rät deshalb allen Waldbesuchern zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen:
Raupen und ihre Nester nicht berühren. In betroffenen Eichenwäldern den Kontakt mit der Bodenvegetation vermeiden und auf Wegen bleibenDie empfindlichen Hautbereiche (Nacken, Unterarme) schützen Kleider wechseln und nach dem Kontakt mit den Brennhaaren duschen. Kleider bei 60 Grad waschen.
Meldung an die Abteilung Umwelt und Grünflächen
Um ein möglichst exaktes Bild der Verteilung zu erhalten, wird darum gebeten, alle bekannten Fälle im Stadtgebiet an die Abteilung Umwelt und Grünflächen zu melden.
Ansprechpartner:
Stadtgärtnerei, Telefon 07031 669-5362 oder E-Mail stadtgaertnerei@boeblingen.de
Nester an städtischen Eichen werden dann von Fachfirmen entfernt. Befallene Bäume auf Privatgrundstücken sind von den jeweiligen Eigentümer*innen bei Bedarf durch gewerbliche Bekämpfungsfirmen zu behandeln.



