Gemeinsames Jubiläumsprojekt: 70 Jahre Städtepartnerschaft mit Pontoise
Liebe Böblinger*innen und Dagersheimer*innen,
1956 begann die Städtepartnerschaft zwischen Böblingen und Pontoise. Es handelte sich um eine der ersten deutsch-französischen Partnerschaften in Deutschland und ein klares Zeichen der Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Partnerschaft entstand mit Unterstützung der Internationalen Bürgermeister-Union und wurde durch Adolphe Chauvin und Wolfgang Brumme besiegelt. Beide Städte wollten damit früh einen Beitrag zur deutsch-französischen Verständigung leisten – ganz im Sinne des Élysée-Vertrags von 1963 und der Idee, Menschen über Grenzen hinweg zusammenzubringen.
Für uns als Stadt und für mich persönlich ist dies weit mehr als ein Jubiläum. Es ist ein bewegendes Zeichen dafür, was aus Versöhnung wachsen kann: Vertrauen, Freundschaft und ein gemeinsames europäisches Zuhause.
Bleibende Verbindung
Aus der Erfahrung von Krieg und Trennung ist eine Verbindung entstanden, die bis heute Menschen zusammenführt. Gerade jetzt spüren wir, wie kostbar persönlicher Austausch, gegenseitiges Verstehen und gelebte Freundschaft in Europa sind.
In den sieben Jahrzehnten haben wir zahlreiche Begegnungen und Projekte erleben dürfen: ob Kontakte zwischen den Harmonika-Vereinen, Schulaustausche, Partnerstadt-Olympiaden, schulische Begegnungen und vieles mehr.
Mehrere Veranstaltungen zum Jubiläum

Eröffnet haben das Jubiläums-Jahr zwei Ausstellungen: „Adenauer – De Gaulle, Wegbereiter einer Freundschaft“, zu sehen bis Ende Juli im Foyer des Neuen Rathauses; und seit Mai die fröhlich-frankophile Sonderausstellung „La belle bouchère“ von Nathalie Wolff und Matthias Bumiller im Deutschen Fleischermuseum.
Einen weiteren Meilenstein markiert „TANDEM“: ein mehrschichtiges Projekt hin zu einer gemeinsamen Ausstellung mit je fünf Kunstschaffenden aus Pontoise und Böblingen. Folgende binationale Paare haben als Tandems zusammengearbeitet und stellen nun gemeinsam Werke aus, die von Fotografie über Malerei und Zeichnung bis zum Gegenständlichen reichen:
- Michel Frichet
- Klaus BehringerLuc Babin
- Waltraud WellmannUte Hadam
- Erwin WeyelJean Villain
- Marcus GwiasdaNicolas Blin
- Ines Scheppach
Die Ausstellung flankieren mehrere Begegnungen: Darunter sind gegenseitige Besuche einer offiziellen Delegation mit je einem feierlichen Festakt, und die Kunstschaffenden bieten Kunst-Workshops der jeweils anderen Stadt für Jugendliche bzw. Schüler*innen der gastgebenden Stadt an. Alle Kunstschaffenden bauen die Ausstellung gemeinsam auf und verbringen Zeit miteinander.
Ende Mai fand dies in Pontoise statt, und zum Stadtfest gibt es den Besuch in Böblingen. Die Böblinger TANDEM-Partner*innen freuen sich, ihre Pontoiser Gegenüber zu begrüßen und sich für die dortige Gastfreundschaft zu revanchieren.
Es freut mich sehr, dass wir für dieses Projekt durch den Mikroprojektefonds des Staatsministeriums Baden-Württemberg, finanziert aus vom Landtag Baden-Württemberg beschlossenen Landesmitteln, sowie durch die Baden-Württemberg Stiftung im Rahmen des Förderprogramms Nouveaux horizons gefördert werden.
TANDEM in Böblingen
Den Auftakt macht der öffentliche Festakt am Donnerstagabend, 2. Juli, um 18.00 Uhr im Wolfgang-Brumme-Saal mit zahlreichen Gästen aus Pontoise und Würdenträger*innen aus Böblingen und Umgebung. Am Freitagabend, 3. Juli, um 17.30 Uhr folgt im „Alten Amtsgericht“ auf dem Schloßberg die Vernissage zur Ausstellung „TANDEM“ mit allen beteiligten Kunstschaffenden, der offiziellen Pontoiser Delegation, weiteren Ehrengästen und Böblinger Kunstschaffenden. Die Ausstellung ist bis 15. Juli 2026 zu sehen – Dienstag bis Freitag 15.00 bis 18.00 Uhr, Samstag und Sonntag 13.00 bis 18.00 Uhr.
So zeigt das Kunstprojekt TANDEM auf wunderbare Weise: Wenn Menschen einander begegnen, entsteht Nähe. Wenn sie gemeinsam gestalten, wächst Zukunft. Diese Freundschaft zwischen Böblingen und Pontoise erfüllt mich mit großer Dankbarkeit. Es ist unser Auftrag, sie mit Herz und Überzeugung weiterzutragen.
Ihr
Dr. Stefan Belz