Frauengeschichte in Böblingen

Herausragende Frauen in Kunst und Wissenschaft wurden und werden zum Teil heute noch von der Geschichtsschreibung nicht beachtet. Doch das Nachforschen lohnt sich und man findet Geschichten über außergewöhnliche Frauen, die zum Teil unter widrigen Umständen großartiges geleistet haben.

Titelbild Frauenwege in Böblingen

In der Broschüre Frauenwege in Böblingen (PDF|7,3 MB) sind Frauen beschrieben, die entweder in Böblingen geboren sind, wie etwa Friederike Robert oder die später in ihrem Leben mit Böblingen in Beziehung getreten sind wie Gräfin Mechthild, die 1450 nach dem Tod ihres Mannes in ihren Wittwensitz nach Böblingen zog.

Friederike Robert geb. Braun die hier auf der Titelseite der Broschüre abgebildet ist, ist in Böblingen im Taufregister von 1795 eingetragen. Sie hat nur etwa ein Jahr in Böblingen gelebt und wurde im Salon ihrer Schwägerin Rahel Varnhagen als die „Schöne Friederike“ zur Berühmtheit. Es wurden Porträts von ihr gezeichnet und zahlreiche Gedichte wurden ihr gewidmet. 
Eines davon von ist das Gedicht  „Auf den Flügeln des Gesanges“ von Heinrich Heine (MP3|1,8 MB) das von Felix Mendelsohn Bartholdy zu einem romantischen Lied vertont wurde.

Mechthild von der Pfalz

Gilt als eine der bedeutendsten Frauengestalten hier im Südwesten. Sie ist die Mutter von Eberhardt im Bart, der mit ihr gemeinsam die Tübinger Universität gegründet hat.
Bezeichnend für sie ist ihr aktives Fördern von Kunst und Literatur und ihr strategisch politisches Handeln.  Ihre Bildung und ihre beträchtlichen finanziellen Mittel machten sie zu einem Beispiel einer gebildeten und unabhängig agierenden fürstlichen Witwe des ausgehenden Mittelalters, die ihren Handlungsspielraum zu nutzen wusste.
Es wird überliefert, dass 1452 auf dem Böblinger Schloss ihre Hochzeit mit Albrecht dem 6. von Österreich gefeiert wurde. Was würde Mechthild erzählen wenn wie heute einen Besuch in Böblingen machen würde? Das folgende Video ist inspiriert von der historischen Biografie "Mechthild - Fürstin im Spätmittelalter" von Jutta Rebmann erschienen im Stieglitz Verlag.

Ritterspiele durften natürlich beim großen Fest nicht fehlen und die Tradition der historischen Schwertkunst wird bis heute gepflegt.