Partnerstädte

1956 hat Böblingen mit dem französischen Pontoise die erste Städtepartnerschaft begründet. Seither sind sechs weitere hinzugekommen. Heute pflegt die Stadt außerdem Partnerschaften mit Alba (Italien), Bergama (Türkei), Geleen (Niederlande), Glenrothes (Schottland), Krems (Österreich) und Sömmerda (Thüringen).

Alba

Wappen von Alba

Das sogenannte "100 türmige" Alba liegt im Piemont ca. 60 km südlich von Turin und hat heute ca. 30.000 Einwohner.
Die Städtepartnerschaft mit Alba wurde 1985 offiziell besiegelt und geht auf eine Initiative der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Böblingen - Sindelfingen zurück.

Im Mittelalter entwickelte sich Alba mit seinen wohlhabenden Bürgern und Herrschaftsfamilien, mit Kirchen und Klöstern zur befestigten Stadt. Die einstigen Wehr- und Schutztürme prägen noch heute das Stadtbild.
Dank größerer Industrieansiedlungen Anfang der 50er Jahre entwickelte sich Alba zu einem bedeutenden Wirtschaftszentrum, und Weltfirmen wie Fiat, die Süßwarenfabrik Ferrero, die kunststoffverarbeitende Firma Mondo Rubber und die Textilgruppe Miroglio sind heute die wichtigsten Arbeitgeber in Alba.

Genauso bekannt und wichtig sind die kulinarischen Reichtümer der Stadt. In hunderten Weinkellereien in und um Alba werden weltberühmte Qualitätsweine wie Arneis, Dolcetto, Barbera, Barbaresco, Nebbiolo und der Barolo angebaut. Der weiße Trüffel aus Alba ist eine weltberühmte Delikatesse von besonderer Güte und höchstem Wert. Jährlich finden im Ausstellungs- und Kongreßpalast in der Woche nach Ostern die Weinmesse und im Oktober die nationale Trüffelmesse statt.

Am ersten Oktobersonntag gibt es den traditionellen Esels-Palio: ein prunkvoller Kostümumzug mit ca. 500 Komparsen in historischen Kostümen und das Eselswettrennen sind ein unvergeßliches Spektakel.


Bergama

Bergama, die als antike Stadt Pergamon bekannt ist, liegt ca. 100 km nördlich von Izmir und hat heute rund 55.000 Einwohner.

Die Städtepartnerschaft mit Bergama besteht offiziell seit 1967 und geht auf Kontakte des früheren Stadtbaurates Friedrich Rebmann zurück, der nach seiner Zurruhesetzung an einigen Grabungskampagnen auf dem Burgberg der antiken Stadt "Pergamon" teilnahm.

Die Ausgrabungen der historischen Bauten von Pergamon begannen 1878 unter der Leitung des deutschen Archäologen Carl Humann und Alexander Conze und werden bis heute abschnittsweise fortgeführt. Das berühmteste Fundstück, die Friesteile des Zeuss Altares, sind heute im Berliner Pergamon-Museum zu sehen. Der Burgberg mit dem Trianeum und dem steilen antiken Theater ist eines der meist besuchten antiken Bauwerke in der westlichen Türkei.

Viele Touristen findet man auch auf dem turbulenten und farbenfrohen Montagsmarkt. Die traditionelle Kermes, die mit Musik-, Theater- und Folkloredarbietungen viele Besucher anlockt, findet jedes Jahr in der ersten Juniwoche statt.


Geleen

Wappen von Geleen

Geleen hat ca. 37.000 Einwohner und liegt im Süden der Niederlande in Limburg; nur ca. 10 km von den deutschen und belgischen Grenzen entfernt. Die Städteverbindung mit Geleen wurde 1962 offiziell besiegelt. Die Partnerschaft wurde angeregt durch den ehemaligen Pfarrer Wauben, der im Jahr zuvor die Aufnahme von 90 Kindern aus Böblinger Flüchtlingsfamilien in Geleener Gastfamilien ermöglichte.

Geleen entwickelte sich nach der Einstellung der Steinkohleförderung im Jahre 1967 und der Schließung der Bergwerke zu einem wichtigen Standort für die chemische Industrie. Der international tätige Großbetrieb "Dutch State Mines" (DSM) beschäftigt heute ca. 12.000 Arbeitnehmer und prägt das Stadtbild entscheidend. Auch als Wohn- und Einkaufsstadt ist Geleen von Bedeutung. Die verkehrsfreie Einkaufspromenade und der große Samstagsmarkt laden zum Einkaufsbummel ein. Im Freizeitzentrum "Glanerbrook" zählen eine 400 m Eislaufbahn, Eishockeyanlagen, verschiedene Schwimmbäder und ansprechende Außensportanlagen zum Angebot. Der Karneval wird in Geleen großgeschrieben. Am Faschingssonntag findet ein toll inszenierter Karnevalsumzug statt. Für Jazzliebhaber gibt es jährlich im Mai ein Jazzfestival, das auf New Orleans Jazz spezialisierte Gruppen aus dem Ausland vorstellt.

Geleen wurde am 01. Januar 2001 mit den Nachbarstädten Sittard und Born zur gemeinsamen Stadt "Sittard-Geleen" mit rund 100.000 Einwohnern zusammengeschlossen.


Glenrothes

Glenrothes findet man ca. 30 km nördlich der schottischen Hauptstadt Edinburgh.

Die Städtepartnerschaft mit Glenrothes wurde im Jahre 1971 offiziell geschlossen. Die Städteverbindung ergab sich aus einem regelmäßigen Schüleraustausch, der auf persönliche Beziehungen des damaligen Rektors des Albert-Einstein-Gymnasiums, Fritz Mezger zu seinem schottischen Kollegen Charles Anderson zurückgeht.

Glenrothes wurde erst 1948 als eine von insgesamt fünf sogenannten New Towns in Schottland gegründet. In den Jahren 1948 - 1996 wurde Glenrothes von der Glenrothes Development Corporation, einer von der Königin eingesetzten Entwicklungsgesellschaft, nach dem Konzept der Gartenstadt geplant und aufgebaut. Ursprünglich sollte Glenrothes eine Schlafstadt für die Bergleute einer nahegelegenen Mine werden. Nach Schließung der Mine stellte die Glenrothes Development Corperation das Konzept auf eine Industrieansiedlung aus den Bereichen Feinmechanik, Elektronik, Elektrotechnik etc. um.

Glenrothes schaffte so den Einstieg in die High Tech Industrie. Im Zuge einer Verwaltungsreform in Schottland wurde die Glenrothes Development Corporation aufgelöst. Die Stadt Glenrothes mit ca. 40.000 Einwohnern ist seither der Sitz des Fife Council, unter dessen Verwaltung die ganze Region Fife mit ca. 350.000 Einwohnern zusammengefasst wurde. Um die Belange der Städtepartnerschaftsaktivitäten kümmert sich neben der Verwaltung vor allem die Glenrothes Town Twinning Association.

Zum Einkaufsbummel lädt das Town Centre mit Einzelhändlern, Banken und gemütlichen schottischen Pub's ein. Die Rothes Halls, ein neu erbautes Kongreßzentrum mit verschiedenen Veranstaltungssälen sowie die modernen Sportanlagen und zwei 18-Loch-Golfplätze runden das Freizeitangebot von Glenrothes ab. Edinburgh, die Küstenregion der Halbinsel Fife mit der Universitätsstadt St. Andrews und die nahegelegenen Highlands laden zu Ausflügen und Besichtigungstouren ein.

Auch die Kunst hat ihren Platz in Glenrothes gefunden. Die Stadt beschäftigte über Jahre hinweg eigens einen Stadtkünstler, der mit seinen Werken markante Punkte im Stadtgebiet geschaffen hat. Anläßlich des 20-jährigen Partnerschaftsjubiläums zwischen Böblingen und Glenrothes fand in den Jahren 1990/1991 ein Kunstaustausch statt. Die Bronzeplastik "Der Wehrlose" vom Böblinger Stadtkünstler Rudolf Christian Baisch (1903-1990) kann heute im Riversidepark von Glenrothes besichtigt werden. Die Bronzestatue "Der Traum" von Malcolm Robertson steht in BB neben der Erich-Kästner-Schule im Stadtteil Diezenhalde.


Krems

Wappen von Krems

Rund 70 km westlich von Wien liegt die Stadt Krems an der Donau mit 25.000 Einwohnern, am beliebten Radweg von Passau nach Wien.

Die Städtepartnerschaft zu Krems besteht seit 1972 und geht auf beiderseitige Kontakte der Feuerwehren zurück.

Krems ist eine der lebenswertesten Städte Österreichs und Bildungs- und Kulturstadt von europäischer Bedeutung. Die Stadt liegt am Tor zur Wachau – einer der schönsten Flusslandschaften Europas – und zählt mit mehr als 1000 Jahren zu den ältesten Städten des Landes. Krems wurde 995 erstmals namentlich in einer Kaiserurkunde Ottos III. erwähnt. Der „Kremser Pfenning“, die älteste Münzprägung Österreichs, entstand hier um 1156. Einer der bedeutendsten spätbarocken Maler, Martin Johannes Schmidt, genannt „Kremser Schmidt“, lebte und arbeitete von 1756 bis zu seinem Tod 1801 in Krems.
 
Für seine über Jahrhunderte geformte, unverwechselbare Stadtlandschaft wurde Krems im Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Aber trotz dieser historischen Bedeutung ist das Bild der Stadt nicht von der Vergangenheit geprägt: Krems ist offen für Neues und setzt durch das beispielhafte Zusammenwirken von Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft zukunftsweisende Impulse. Heute leben hier Menschen aus 104 Nationen. Zeitgenössische Kunst und Kultur nehmen einen wichtigen Platz ein. Die „Kunstmeile Krems“ mit den Leuchttürmen Kunsthalle und dem Karikaturmuseum und renommierte Festivals bieten Kunstgenuss auf höchstem Niveau. Ein besonderes Juwel ist die mittelalterliche Gozzoburg, deren Fresken im mitteleuropäischen Raum als einzigartig gelten, und der Dominikanerkomplex, in dem das Museum Krems und die Landesgalerie Zeitkunst Niederösterreich für den Besuch offen stehen. In bemerkenswerter Dynamik hat sich die Stadt zu einem international anerkannten Universitätsstandort mit einer bemerkenswerten Hochschul- und Studierendendichte entwickelt: Mehr als 13.000 Studierende sind an den fünf Kremser Hochschulen eingeschrieben.
 
Der Kremser Wein ist seit Ende des 10. Jahrhunderts nachgewiesen. Ein Spaziergang lohnt sich durch die berühmten Rieden Sandgrube, Goldberg, Weinzierlberg oder Pfaffenberg. Bereits im Mittelalter wurde hier Österreichs erste Weinhauerinnung gegründet. Rund um Krems gedeihen die besten Grünen Veltliner und Rieslinge des Landes.


Pontoise

Wappen von Pontoise

Pontoise liegt mit ca. 30.000 Einwohnern im Val d'Oise, ca. 30 km nördlich von Paris.

Die Städtepartnerschaft zu Pontoise wurde 1956 offiziell besiegelt und kam unter Vermittlung der Internationalen Bürgermeister Union unter dem Gesichtspunkt der Versöhnung nach dem 2. Weltkrieg zustande. Mit einer der ersten dt.-franz. Partnerschaften in Deutschland wollten beide Städte einen wichtigen Beitrag der deutsch-französischen Annäherung leisten.
Der alte Stadtkern mit der Kathedrale St. Maclou aus dem 12. Jahrhundert, die Kirche Notre-Dame und die malerischen Gäßchen in der Altstadt laden zu einem gemütlichen Stadtbummel in Pontoise ein.

In Pontoise gibt es zwei bedeutende Muessen. Das Musée Tavet Delacour beherbergt den Nachlaß des abstrakten deutschen Künstlers Otto Freundlich (1878 - 1943), der als Wegbereiter der gegenstandslosen Kunst im 20. Jahrhundert gilt. Das Musée Pissarro ist dem Mitbegründer des Impressionismus Camille Pissarro (1830 -1903) gewidmet, der mehr als 15 Jahre im Pontoiser Stadtteil Hermitage wohnte und dort über 300 Bilder gemalt hat, ein Großteil darunter von Pontoise und der umliegenden Landschaft.

Der traditionelle Markt "Foire St. Martin", der auf das Jahr 1170 zurückgeht, bietet jedes Jahr für 10 Tage im November eine Ausstellungs- und Verkaufsmöglichkeit für rund 180 Handels- und Gewerbetreibende und zieht jährlich mehr als 25.000 Besucher an.


Sömmerda

Wappen von Sömmerda

Sömmerda, rd. 20.000 Einwohner liegt 20 km nördlich der Landeshauptstadt Erfurt, im Herzen Thüringens.

Die Städtepartnerschaft mit Sömmerda wurde bereits vor der "Wende" und Deutschen Wiedervereinigung im Jahre 1988 geschlossen. Seitens der Stadt Böblingen wurde der Wunsch nach einer Städtepartnerschaft mit einer ostdeutschen Stadt unter Einschaltung führender Politiker wie Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt, des damaligen baden-württemberigschen Ministerpräsidenten Lothar Späth und des damaligen IG-Metallvorsitzenden Franz Steinkühler an den damaligen Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker herangetragen. In einem Antwortschreiben sagte dieser zu, die Aufnahme der Beziehungen zur Stadt Sömmerda in die Wege zu leiten und eine deutsch-deutsche Städtepartnerschaft zu ermöglichen.

Die erste urkundliche Erwähnung Sömmerdas stammt aus dem Jahre 876. Auch während des Bauernkrieges um 1525 spielte Sömmerda als Schauplatz des Krieges eine wichtige Rolle. Da sich auch in Böblingen entscheidende Kämpfe des Bauernkrieges im Südwesten abspielten, gibt es hier eine wichtige historische Gemeinsamkeit.

Die Altstadt hat mit dem Erfurter Tor (1395), der gut erhaltenen Stadtmauer, dem wappengeschmückten Rathaus (1529), der Bonifatius Kirche (1562) weiteren historischen Gebäuden auch viele charmante Gäßchen und Winkel. Weitere schmucke Bauten künden von der Blütezeit und dem Wohlstand der im Mittelalter angesiedelten Bauern, Tuchmachern und Handwerkern. Nicolaus von Dreyse (1787-1867) ist der berühmteste Sohn der Stadt. Er erfand 1827 das Zündnadelgewehr, das als "hochwirksame Waffe" dieser Zeit erheblichen Einfluß auf die damalige Kriegsführung bekam. Auch der bedeutende Pädagoge Christian Salzmann (1744-1811) wurde in Sömmerda geboren und lebte in einem ansehnlichen Bürgerhaus am Marktplatz.

In der DDR-Zeit war das Büromaschinenwerk Robotron, das Geräte der elektrischen Datentechnik herstellte, mit rd. 13.000 Beschäftigten der größte Arbeitgeber der Stadt. Nach der Wende und der Wiedervereinigung musste dieser Betrieb angesichts des großen Konkurrenzdruckes seine Tore schließen. Heute hat sich in zwei voll ausgestatteten Gewerbegebieten und dem Industriepark der Stadt eine diversifizierte Wirtschaftsstruktur mit kleinen und mittelständischen Unternehmen der Computer- und Softwareentwicklung und -produktion, Kommunikationstechnik, Elektrotechnik, Metallbe- und -verarbeitungsgewerbe sowie der Baubranche und industrienahen Dienstleistungen angesiedelt. Die Kreisstadt Sömmerda bildet als Mittelzentrum das wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Zentrum des Landkreises.

Sömmerda bietet sehr gute Voraussetzungen für Kultur-, Sport- und Freizeitaktivitäten, wie z.B. im Sportpark Fichtestraße mit Drei-Felder Sport- und Mehrzweckhalle oder in Spezialsportanlagen wie dem Kanukanal. Das neu renovierte Volkshaus bietet Platz für Ausstellungen, Konzerte und bürgerschaftliche Versammlungen. Einer der kulturellen Höhepunkte ist das jährlich im Juni stattfindende City-Fest.


Weitere Informationen

Kontakt

Anette Fischer

Städtepartnerschaften

Telefon (0 70 31) 669-12 39
Gebäude: Altes Rathaus
Raum: 220
Aufgaben:

Städtepartnerschaften

Projekt

"Wir in Europa - Lernen von und mit europäischen Partnern" (620,5 KiB)