Auf dem Rad schnell (weg) zwischen Böblingen und Stuttgart

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

liebe Radfahrerinnen und Radfahrer, den 31. Mai 2019 dürfen wir als historisch bedeutsam für die Mobilität in und um Böblingen bezeichnen. Heute weihen wir gemeinsam mit Land und Landkreis Böblingen feierlich den ersten Radschnellweg in Baden-Württemberg von Böblingen nach Stuttgart-Vaihingen ein. Daran knüpfen wir zugleich die Erwartung, eine neue Epoche alternativer Mobilität zu beginnen.

Denn nur das Auto als Mobil kann und wird unsere Bedürfnisse nicht erfüllen können. Das zeigen schon die alltäglichen Staus in der Innenstadt. Mehr noch und selbst bei vielversprechenden Innovationen wie Elektroantrieb oder autonomes Fahren: Flächen für Straßen sind in nahezu allen Städten endlich und der Verbrauch an Ressourcen für das Produkt Auto wird weiterhin deutlich über das hinausgehen, was unser Planet verträgt. Somit sind notwendige und zugleich ansprechende Alternativen gefordert.

Fahrradfahren lohnt sich

Das Fahrrad, ob mit Muskelkraft oder elektrischer Unterstützung, bietet sich meist als optimale Alternative an – mit positiver Wirkung auf die Gesundheit. Fahrradfahren lohnt sich, aber nur dann, wenn die Infrastruktur dafür ein gewisses Mindestmaß aufweist und ein sicheres Gefühl bei der Fahrt durch die Stadt erzeugt. Dafür liegt noch eine gute Strecke vor uns, aber seit den letzten Jahren sind wir auf dem richtigen Weg. Die Stadt, der Landkreis und das Land engagieren sich verstärkt und aktiv für den Ausbau der Radwege. Während die Stadt Böblingen die Ost-West-Route des RadNETZes BW Stück für Stück umsetzt, hat der Landkreis den Ausbau des ersten Radschnellweges in Baden-Württemberg übernommen, in Zusammenarbeit mit dem Land sowie mit Böblingen und Sindelfingen.

Erster Radschnellweg in Baden-Württemberg

Er verläuft auf der alten Trasse der in den 1930er-Jahren ausgebauten Römerstraße zwischen Stuttgart-Vaihingen und Böblingen. Wegen ihrer durchgängigen Kleinpflasterdecke steht die Römerstraße unter Denkmalschutz und wurde behutsam mit einer Asphaltschicht versehen. So entstand eine für Radfahrer ideale Oberfläche abseits vielbefahrener Straßen und in erholsamer Umgebung.

Die Radlerinnen und Radler erreichen von Stuttgart kommend in Böblingen die Panzerstraße. Dann gelangen sie über eine neue Querungshilfe zum ebenfalls auf Radschnellweg-Niveau ausgebauten Abschnitt parallel zur Panzerstraße und zum Thermalbad an der Stuttgarter Straße. Auch der Abzweig von der Römerstraße über das Musberger Sträßle zum Mönchsbrunnen wurde ausgebaut und damit ein für Radfahrer/-innen komfortabler Anschluss nach Sindelfingen geschaffen.

Intelligente Beleuchtung bei Dunkelheit

Die hohen Standards bei Radschnellwegen sorgen dafür, dass mit moderner LED-Beleuchtung auch nachts ausreichende Lichtverhältnisse herrschen. Um einer unnötigen Lichtverschmutzung im Wald vorzubeugen, soll eine intelligente Steuerung nur den Bereich der Radfahrer erhellen ist und diesen Bereich nach Verlassen wieder abgedunkeln. Allein dieses innovative Konzept ist ein überzeugender Grund, den Radschnellweg beim nächsten Ausflug nach Stuttgart zu testen.

Dank an Land und Landkreis

Wir danken dem Land und dem Landkreis herzlich für ihr Engagement zum Ausbau dieses ersten Radschnellweges – wohl wissend, dass dies nur ein Anfang sein kann und auch wir weitere Hausaufgaben zu machen haben. Gleichwohl freuen wir uns sehr über diesen 31. Mai und wünschen uns zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer für den Radschnellweg. Auf dass er bei allen ankommt, sei es zum Pendeln oder in der Freizeit!

So können wir die Mobilitätswende zum Wohle unserer Bürgerschaft schaffen. In diesem Sinne – Radfahren lohnt sich, satteln auch Sie um!

Ihre
Christine Kraayvanger
Bürgermeisterin

Weitere Informationen