Böblingen ist modern, innovativ und lebendig. Wir können aber noch mehr.

Bürgermeisterin Christine Kraayvanger

Ja, ist denn schon Sommer?

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

quasi über Nacht hat der Sommer Einzug gehalten. Gab es vor vier Wochen noch einen letzten Schnee mit verheerenden Nachtfrösten, hat jetzt der Mai gleich noch einen Hitzerekord gestemmt. Da sind wir Böblinger doch froh, dass wir an unseren Seen luftige Plätzchen finden oder im Schatten der großen Bäume durch den Stadtgarten flanieren können.

Dieser wurde gerade rechtzeitig von der Stadtgärtnerei mit Sommerflor bepflanzt. Und so kann man beim Spaziergang zwischen blühenden Beeten und üppigen Wiesenblumen das frische Grün genießen.

Es wurde reichlich gepflanzt im letzten Halbjahr. Die Stadtgärtnerei hat allein für die Wechselflorflächen 16.000 Pflanzen im Stadtgebiet eingesetzt. Zudem 1.400 Stauden, 650 Rosen, 1.500 Sträucher und 62 Bäume.

Zahlreiche Neupflanzungen

So ist vielen von Ihnen sicher aufgefallen, dass im schottischen Rosengarten der Bereich am Unteren See neu bepflanzt wurde. Damit kann dieser schon bald wieder in alter Pracht erblühen. Die Grünabteilung versucht auf diese Weise kontinuierlich, das Grün im Stadtgebiet ansprechend zu gestalten und zu erhalten.
Die Grünpflege gestaltet sich dabei nicht immer leicht und hat in den letzten Jahren, auch durch den Klimawandel, vermehrt neue Gegenspieler bekommen.

Neue Herausforderungen für die Grünpflege

Allein die längeren Trockenperioden mit Extremtemperaturen fordern einen deutlich größeren Gießaufwand. Bleiben Niederschläge aus, steigt der Wasserbedarf auf ca. 10.000 Liter pro Tag. Wassersäcke sorgen an Jungbäumen für eine Wasserspende über einen längeren Zeitraum, was zu weniger Versickerung und geringerem Abfluss an der Oberfläche führt.

Auch das stetig sinkende Grundwasser führt zu vermehrtem Stress an Bäumen. Dies ist vor allem im Stadtwald an kopftrockenen Buchen, aber auch an Eichen in Hügellagen zu sehen. Leider ist die Birke als Flachwurzler ebenfalls besonders betroffen und in schlechtem Zustand. Dies wird vermutlich Allergiegeplagte nur mäßig traurig stimmen.

Zudem bringt die Globalisierung für die Grünabteilung immer neue Herausforderungen. Etliche eingeschleppte Schädlinge und Pilzkrankheiten stellen ganz neue Stressfaktoren für Pflanzen dar. Besonders auffällig sind hier in jüngerer Zeit Schmetterlingsarten wie Buchsbaumzünsler, Gespinstmotte und Eichenprozessionsspinner, deren Auftreten erst seit wenigen Jahren für Aufsehen sorgt.

Manche Pflanzen unter Stress

Gerade die Gespinstmotte, die an Traubenkirsche und Pfaffenhütchen auftritt und diese mit weißen Netzen bei gleichzeitigem Kahlfraß überzieht, wurde in den letzten Wochen häufig von Böblinger Bürgern gesichtet und uns gemeldet. Die unschönen Gespinste mit zappelnden Raupen werden gerne mit den nur an Eichen vorkommenden Nestern des Eichenprozessionsspinners verwechselt. Sie sind aber für den Menschen harmlos.

Auch das häufig in der Presse genannte Eschentriebsterben, ein Schadpilz, hat sich in und um Böblingen eingestellt und wird dort teilweise zu erheblichen Ausfällen der Esche führen.

Da ist häufig Geduld gefragt, oft auch Kreativität und neues Denken. Meist findet die Natur selbst die besten Lösungen. Aber wir Menschen sind dessen ungeachtet angehalten, achtsamer mit unseren Grünflächen, gerade im Stadtgebiet, umzugehen.

In diesem Sinne lade ich Sie ein, unsere Parks und Anlagen ebenso genussvoll wie wertschätzend zu nutzen: Erfreuen wir uns gemeinsam am Grünen und Blühen!

Ihre
Christine Kraayvanger

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