Böblingen ist modern, innovativ und lebendig. Wir können aber noch mehr.

Bürgermeisterin Christine Kraayvanger

Baudenkmale erzählen Stadtgeschichte

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

die Erhaltung von Baudenkmalen in und um Böblingen sowie die Erforschung und Dokumentation derer Geschichte ist eine wichtige Aufgabe der Böblinger Stadtverwaltung. Auch wenn durch den letzten Weltkrieg und die damit einhergehenden, teils erheblichen, Zerstörungen viele alte Gebäude und sonstige Denkmale unwiderruflich verloren gingen, stoßen wir bei einem Rundgang durch Böblingen immer wieder auf interessante Zeugnisse der Böblinger Stadtgeschichte.

Ein markantes Beispiel hierfür ist das noch gut erhaltene Gebäude-Ensemble am nordöstlichen Ende des Marktplatzes, das aus Stadtkirche, früherem Oberamt und jetzigem Fleischermuseum besteht.
Aber auch die Gebäude des früheren Landesflughafens auf dem Flugfeld, das jetzt von der Motorworld genutzt wird und dadurch deutschlandweit bekannt ist, stellen ein markantes Baudenkmal und lebendiges Erbe der Böblinger Stadtgeschichte dar.

Baudenkmale am Marktplatz

Pirschgänge sind etwas Besonderes

Weniger bekannt ist, dass es in und um Böblingen zudem eine Vielzahl an Kleindenkmalen wie beispielsweise Gedenksteine, Brunnenanlagen, Stelen usw. gibt. Unser Stadtarchivar Dr. Christian Florian hat für Sie, eigens zu diesem Thema, eine extra Seite zusammengestellt. Vielen Dank dafür.

Nicht jedem ist bekannt, dass wir mit den sogenannten ehemaligen herzoglichen Pirschgängen im Böblinger Stadtwald ein in Süddeutschland einzigartiges Bodendenkmal beheimaten. Dessen Erhaltung und Sanierung ist ein großes Anliegen für uns als Stadt aber auch der diesbezüglichen Projektpartner. Diese, größtenteils unterirdischen, Pirschgänge ließ der württembergische Herzog Carl Alexander in den Jahren 1733 bis 1737 errichten. Wie der Name erkennen lässt, dienten die Pirschgänge herzoglichen Jagdgesellschaften, um aus ihnen heraus auf das von Treibern zugeführte Wild zu zielen und zu schießen. Eine vergleichbare Anlage gibt es in Deutschland nur noch in Thüringen.

Eigentümer sind in der Verantwortung

Der Erhalt von Denkmalen ist eine dem jeweiligen Eigentümer obliegende Verpflichtung im Rahmen der sogenannten „Sozialpflichtigkeit des Eigentums“. Rechtliche Grundlage sind die Denkmalschutzgesetze, insbesondere das Landesdenkmalschutzgesetz. Die Überwachung der Einhaltung dieser Vorschriften zählt zu den Aufgaben der „Unteren Denkmalschutzbehörde“. Das ist bei uns in der Stadtverwaltung das Baurechts- und Bauverwaltungsamt. Dieses arbeitet dabei mit der regionalen Denkmalpflege des Landes (früher: Landesdenkmalamt) zusammen.

Belastung durch Zuschüsse gemildert

Dass der Erhalt von Denkmalen häufig auch eine Belastung darstellt, wissen wir als Stadt aus eigener Erfahrung. Als Eigentümerin von mehreren Denkmalen sind wir ebenfalls von dieser Unterhaltungspflicht betroffen. Um die Eigentümer von Denkmalen bei ihren Unterhaltungspflichten zu unterstützen, fördert das Land Baden-Württemberg bestimmte, vorher mit der
Denkmalschutzbehörde abgestimmte, Maßnahmen durch die Gewährung von Zuschüssen. Ein weiterer finanzieller Anreiz für die Investition in Baudenkmale besteht in der Möglichkeit, denkmalbedingte Mehraufwendungen steuerlich abzusetzen.
Ohne den Erhalt von Baudenkmalen würden wesentliche Bestandteile des kulturellen Erbes dieser Stadt unwiederbringlich verloren gehen. Dies zu vermeiden und auch künftigen Generationen ein anschauliches Beispiel ihrer Geschichte zu hinterlassen, spornt die Mitarbeiter der Stadtverwaltung bei ihrer täglichen Arbeit in der Denkmalpflege an.

Wir freuen uns über jede Unterstützung und Eigeninitiativen zum Erhalt von Baudenkmalen, die unsere Geschichte erzählen.
 
Ihre
 
Christine Kraayvanger
Bürgermeisterin

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