Wohnen als Baustein gelingender Integration

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

wir wollen Geflüchtete befähigen, sich am Wohnungsmarkt zu beteiligen, und damit das Verlassen der Sammelunterkünfte beschleunigen. Die eigene Wohnung stellt einen wichtigen Baustein gelingender Integration dar. Geflüchteten ein umfassendes Bild über die Rechte, Pflichten und Möglichkeiten im Zusammenhang mit „Wohnen in Deutschland“ zu vermitteln ist unser Ziel. Geflüchtete, die sich hierzu intensiv qualifiziert haben, bekommen von der Stadt Böblingen einen sogenannten „Wohnungsführerschein“ als Zertifikat ausgehändigt. Dadurch bekommen Vermieter die gute Gewissheit, dass die zukünftigen Mieter das nötige Wissen für eigenständiges Wohnen mitbringen.

Eine Wohnung statt Sammelunterkunft darf kein Luftschloss bleiben.

Geflüchtete aus unterschiedlichen Ländern sind mittlerweile Teil unserer Stadt geworden. Sie wohnen in Unterkünften des Landkreises, der Stadt oder bereits in einer Mietwohnung. In den sieben Unterkünften der Stadt Böblingen leben derzeit 320 Geflüchtete. Diese Unterkünfte dienen dem Übergang, bis eine eigene Wohnung gefunden wird. Mit dem „Wohnungsführerschein“ wollen wir die Geflüchteten dabei unterstützen.

Erschwerte Wohnunssuche

Die Suche auf dem offenen Mietwohnungsmarkt hält vielfältige Herausforderungen bereit. Das erleben alle Wohnungssuchenden. Nicht alleine die angespannte Lage am Wohnungsmarkt macht es für Geflüchtet schwer – auch diverse gesetzlich geregelte Einschränkungen, die für die Mehrheit der Geflüchteten bestehen, wie beispielsweise die sogenannte Wohnsitzauflage, schränken den Suchhorizont enorm ein. Teilweise kommen Unkenntnis und Unsicherheit über die Art und Weise der Wohnungssuche und der Wohnungsführung in Deutschland hinzu. Um hier zu unterstützen, entstand die Idee, ein freiwilliges Angebot für die Bewohnerinnen und Bewohner unserer städtischen Unterkünfte zu schaffen: ein Angebot, das ganzheitlich über die Suche und das selbstständige Wohnen außerhalb einer Sammelunterbringung informiert. Auf diesen Gedanken  basiert der „Wohnungsführerschein“, den unser Integrationsmanagement (im Amt für Soziales angesiedelt) praktisch realisiert.

Wohnen von A bis Z

Das Basiswissen soll ab Mitte Juni 2018 über mehrere Abende in unterschiedlichen Modulen durch Vorträge sowie praktische Übungen vermittelt, vertieft und geübt werden. Es deckt dabei ein breites Spektrum an zugehörigen Themen ab. Zum einen soll über die Rahmenbedingungen und die Vorgehensweise der Wohnungssuche informiert werden. Dazu gehören Antworten auf Fragen wie: Was steht mir zu? Was muss ich beachten? Welche Institutionen und Behörden sind mit einzubeziehen? Wie gelingt eine erfolgreiche Besichtigung? Zum anderen werden Grundlagen des Mietrechts thematisiert. Ferner beleuchtet der Kurs die notwendigen Schritte unmittelbar vor und nach Vertragsabschluss sowie das Leben in der neuen Wohnung selbst. Für die inhaltliche Ausgestaltung konnten wir unterschiedliche Fachstellen gewinnen, die ihre Expertise  einbringen.

Haben Sie Fragen zum „Wohnungsführerschein"?

Sollten Sie als Vermieter Fragen oder Anregungen zum Inhalt und Ablauf der Modulreihe haben oder gar eine Wohnung zu vermieten haben, freut sich Organisatorin Elena Fenchel über Ihre Kontaktaufnahme: Telefon (0 70 31) 6 69 – 24 56 oder per E-Mail.

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Das ist es, was der Himmel wünscht: Wer Kraft hat, soll anderen helfen; wer Weisheit besitzt, andere lehren; wer Reichtum erwirbt, ihn mit anderen teilen.

Ihr

Tobias Heizmann
Erster Bürgermeister

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